Märkte / Makro

Die Welt will mehr Fleisch – das hat seinen Preis

Der globale Fleischkonsum steigt, vor allem Poulet wird immer beliebter. Die Viehbauern und die verarbeitende Industrie haben hingegen gleich an mehreren Fronten zu kämpfen.

Dem Klima- und dem Tierschutz zum Trotz: Wir essen immer mehr Fleisch. Was eigentlich eine gute Nachricht ist für die Bauern dieser Welt, bereitet ihnen kurzfristig Kopfschmerzen.Als ob Krieg, Dürre und Überschwemmungen nicht schon Plage genug wären: Die Viehbauern ­haben zusätzlich mit hohen Diesel-, Energie- und Futterpreisen, Krankheiten und übermächtigen Fleischverarbeitern zu kämpfen.

In der ersten Jahreshälfte wurden vor allem Getreide und Ölsaaten teurer, heute kosten auch das Schnitzel, die Pouletbrust und das Trockenfleisch mehr. Der Lebensmittelpreisindex der Uno ist vom Rekordhoch im Frühling zurückgekommen, allerdings bildet er nur die Exportpreise ab, nicht den Preis, den die Konsumenten zahlen. Und selbst die Fleischkomponente des Uno-Index zeigt höhere Preise an. Genauso wie die Preise im Laden langsam und stetig avancieren – und das weltweit und un­abhängig von der Tierart.

Steak als Statussymbol

Auch wenn Inflation und Rezession den Konsum dämpfen und klimabewusste Konsumenten auf «Würste» aus Quorn oder «Gehacktes» aus Erbsenprotein umsteigen: Mittel­fristig wird mehr Fleisch gegessen. Im vergangenen Jahr landeten 334 Mio. Tonnen Fleisch auf den ­Tellern dieser Welt, doppelt so viel wie vor dreissig Jahren. Bis Ende des Jahrzehnts werde der Konsum um weitere 12% steigen, prognostizieren die Uno und die OECD. Einerseits, weil ­immer mehr Menschen auf dieser Welt leben und ent­sprechend mehr gegessen wird, und andererseits, weil die Einkommen steigen. So hat der durchschnittliche Schweizer 2020 mit 48,5 kg Fleisch nur gut 1 kg mehr Fleisch gegessen als der Durchschnittschinese. Zum Start des Jahrtausends betrug die Differenz noch mehr als 15 kg.

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