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Unternehmen / Industrie

Die Wende ist für Cicor in Sicht

Die Auftrags- und die Umsatzentwicklung übertreffen die eigenen Erwartungen deutlich.

Der Hersteller von Leiterplatten und elektronischen Komponenten hat eine lange Durststrecke hinter sich: Auf schwankende, ungenügende Ergebnisse folgte 2015 mit einem Verlust von 4,1 Mio. Fr. der Tiefpunkt. Die Phase der schwachen Ergebnisse war auch eine Phase schwieriger Führungsverhältnisse. Zunächst war Cicor zwei Jahre lang auf der Suche nach einem neuen CEO. Danach, im Sommer 2015, übernahm Jürg Dübendorfer die Chefposition.

Er war angetreten, die Durststrecke zu beenden – und scheiterte. Nachdem Cicor auch zur Jahresmitte 2016 einen Verlust ausgewiesen hatte, musste Dübendorfer gehen. Gleichzeitig wurde die Führung neu organisiert, die Jobs der Spartenleiter wurden gestrichen. Cicor wird nun von einem «Leadership Team» geführt. Ihm gehören der seit September amtierende neue CEO Alexander Hagemann, der Finanzchef sowie die Verkaufs-, Technologie- und Produktionsverantwortlichen an.

Positive Zeichen

In der vergangenen Woche wurden erste positive Zeichen ausgesendet. Gemäss einer Medienmitteilung konnte der Auftragseingang 2016 nach vorläufigen Zahlen ein Viertel erhöht werden – wesentlich mehr als erwartet. Das Umsatzwachstum wurde im zweiten Semester beschleunigt. Lagen die Einnahmen nach sechs Monaten lediglich 0,9% über Vorjahr, wird das Wachstum für das gesamte Jahr auf 5% veranschlagt, entsprechend 189 Mio. Fr. Und, besonders erfreulich, der Abwärtstrend in der Ergebnisentwicklung konnte im zweiten Semester umgekehrt werden.

Konzernchef Alexander Hagemann wies gegenüber «Finanz und Wirtschaft» auf verschiedene Ursachen hin, die zur Besserung beigetragen haben. So wurden die Verkaufs- und Marketingorganisationen verstärkt auf den Kunden und die Akquise von Neugeschäften ausgerichtet. Die Zunahme des Auftragsbestands wie auch des Umsatzes ist auf Neuaufträge wie auch höhere Mengen bei bestehenden Kunden zurückzuführen. Der Volumeneffekt hat auch zur Ergebnisverbesserung beigetragen.

Zudem zahlen sich die 2015 vorgenommenen Restrukturierungen, die für den Verlust verantwortlich gewesen sind, aus. Gemäss Hagemann hat die Konzentration der Produktion auf das Werk Boudry positiv gewirkt. Das Gleiche gilt für die verbesserte Infrastruktur in Bronschhofen. Ausgezahlt hat sich auch die Neuorganisation der Führung. Die Entscheidungswege sind kürzer geworden, so Hagemann.

Im vergangenen Jahr konnten wohl wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Hagemann wollte sich dazu nicht äussern, die Zahlen werden am 9. März publiziert. Im Berichtsjahr fielen keine nennenswerten Restrukturierungskosten mehr an. Zudem wird sich die Umsatzsteigerung auch unter dem Strich positiv auswirken. «Finanz und Wirtschaft» hält an ihrer vorsichtigen Gewinnschätzung von 1,5 Mio. Fr. bzw. 0.50 Fr. je Aktie fest.

Kapazitätsausbau

Für 2017 ist Hagemann zurückhaltend optimistisch. Die Restrukturierungen dürften sich weiter positiv auswirken. Hagemann kündigt zudem an, dass die Produktionskapazitäten in Rumänien ausgebaut werden. Cicor hat am bestehenden Standort Land erworben, auf dem bis 2018 ein neues Werk errichtet werden soll. Das Unternehmen ist auf dem Weg zum Turnaround. Die Fortschritte müssen jedoch noch bestätigt werden. Hagemann ist sich bewusst, dass es weiterer operativer Verbesserungen bedarf, das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft. Wenn die Wende bestätigt wird, können die Aktien für den Anleger wieder zum Thema werden.

Die Verbesserungen haben sich in den vergangenen Wochen auch in einem steigenden Kurs niedergeschlagen. Ein Makel bleibt: Der Markt in Cicor ist eng. Rund 43% der Titel befinden sich in festen Händen. Der Kurs der wenig gehandelten Aktien ist anfällig für Schwankungen.

Die komplette Historie zu Cicor finden Sie hier. »