Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Brexit
Märkte / Makro

Die wichtigsten Fragen rund um den Brexit

Der Austritt Grossbritanniens aus der EU löst Unsicherheit aus. Was Anleger wissen müssen.

Was ist passiert?
Im Referendum über den Verbleib des Landes in der Europäischen Union hat die Bevölkerung des Vereinigten Königreichs nein gesagt. Damit kommt es zum Brexit, zum Austritt Grossbritanniens aus der EU.

Warum reagieren die Finanzmärkte so heftig?
Das Ja mit 52% ist eine Überraschung. In der Woche vor dem Referendum zeigten Buchmacher wie auch die Umfragen unter Stimmbürgern eine Mehrheit für den Verbleib in der Europäischen Union.

Was sollen Anleger nun machen?
Am besten gar nichts. «No exit after Brexit», rät auch der ZKB-Anlagechef Christoph Schenk. Mittelfristig werden sich die Märkte von diesem Schock erholen.

Weshalb steigt der Franken?
Der Franken gilt als sichere Währung, in die man sich flüchtet. Darum ist er auch gestiegen.

Warum interveniert die Schweizerische Nationalbank (SNB)?
Die SNB will damit dem Aufwertungsdruck auf den Franken entgegenhalten. Indem sie Euro kauft, schwächt sie den Wert des Frankens (lesen Sie hier mehr).

Wie reagieren andere Notenbanken?
Sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Bank of Japan haben in Aussicht gestellt, zusätzliche Liquidität zur Verfügung zu stellen, um die Börsen zu stabilisieren. Auch die Bank of England ist bereit, 250 Mrd. £ bereitzustellen, um die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte aufrechtzuerhalten.

Warum sinken die Renditen auf den zehnjährigen «Eidgenossen»?
Die Investoren verschieben angesichts der wachsenden Unsicherheit ihr Geld wieder stärker in sichere Anlagen. Dazu gehören auch die Schweizer Bundesobligationen.

Weshalb steigt der Goldpreis so stark?
Auch Gold gilt als sichere Anlage. Ins Edelmetall flüchten Anleger deshalb dann, wenn sie unsichere Zeiten befürchten.

Was heisst der Brexit für die Schweiz?
Er bringt nicht nur die SNB in Zugzwang, auch Unternehmen befürchten Folgen. Grossbritannien ist ein wichtiger Handelspartner der Schweiz. Sollte die britische Wirtschaft lahmen, würde dies auch die Schweizer Unternehmen treffen (lesen Sie hier mehr zu den Folgen).

Was ist bloss mit den Briten los?
Als ehemalige Weltmacht hatten die Briten immer ein gespaltenes Verhältnis zur Europäischen Union. Sie waren stets am gemeinsamen Markt interessiert und waren gegenüber der Integration skeptisch. Zudem hat es die Austrittskampagne geschafft, Angst zu schüren bezüglich der Einwanderung. Immigration war das wichtigste Thema für die Stimmbürger, gefolgt von der Wirtschaft.

Warum tritt Premierminister David Cameron zurück?
Er hat die Kampagne für den Verbleib in der EU angeführt. Am Freitag hat er auf das Ergebnis reagiert.

Wer führt denn die Austrittsverhandlungen?
Das ist derzeit offen, genauso wie der Zeitpunkt, wann Grossbritannien das offizielle Austrittsgesuch stellt.

Wie reagiert die Europäische Union?
Bisher gelassen, die Spitzenvertreter verweisen auf das offizielle Austrittsprozedere. Jedoch dürften am Wochenende die Telefone heisslaufen. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel lädt den EU-Ratspräsidenten sowie die Staatschefs von Italien und Frankreich zu einem Krisengipfel in Berlin ein.

Gab es schon mal einen Austritt?
Nein, das ist Neuland. Grönland ist in den Achtzigerjahren ausgetreten, nachdem es von Dänemark eine autonome Regierung zugestanden erhielt.

Kann Grossbritannien den Volksentscheid rückgängig machen?
Nein. Die EU hat mehrmals betont, dass sie den Volkswillen akzeptiert und bei einem Ja die Austrittsverhandlungen in Angriff nimmt.

Was ist jetzt der nächste Schritt?
Grossbritannien muss nun dem Europäischen Rat formell seinen Austrittsbeschluss mitteilen.

Bis wann muss der Austritt vollzogen werden?
Der EU-Vertrag sieht eine Frist von zwei Jahren vor, innerhalb deren die Einzelheiten des Austritts ausgehandelt werden müssen. Dabei wird auch das genaue Austrittsdatum festgelegt.

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