Tiefblaues Meer, Maschinen aus Stahl, Menschen, die anpacken. Transocean präsentiert sich gerne als dynamischer Vorreiter bei der Ölförderung. Doch der auf Offshore spezialisierte Konzern navigiert in schwerer See.
Speziell zu schaffen macht dem Unternehmen mit Sitz in Steinhausen im Kanton Zug der 2020 stark gesunkene Ölpreis. Der Preiskampf zwischen Russland und Saudi-Arabien eskalierte. Zusätzlich führte die Covid-19-Pandemie zu einem Überangebot an Erdöl. Grosse Konzerne wie ExxonMobil oder Chevron haben daher ihre Bohrvorhaben zurückgefahren und die Investitionsausgaben für die kommenden Jahre gekürzt. Mit Folgen für ­Ölförderer wie Transocean. Für 2020 rapportierte die Gesellschaft einen bereinigten Verlust von fast 0,5 Mrd. $.  

Hoch spezialisierter Konzern

Ölförderer sind stark von der Entwicklung der Rohstoffpreise und den Investitionen der Energiekonzerne abhängig. Als hoch spezialisierte Unternehmen holen sie das Erdöl typischerweise nur aus dem Boden. Die Wertschöpfung aus Exploration, Transport und Weiterverarbeitung findet anderswo statt. Transocean vermietet ihre Bohrplattformen daher an externe Auftraggeber. Diese bezahlen eine im ­Voraus festgesetzte tägliche Rate. Zusammengesetzt aus dem Volumen des Vertrags und der Laufzeit, addiert sie sich zum Auftragsbuch eines Konzerns. Tagesrate und Auftragsbuch gehören neben der Auslastungsquote der Bohrplattformen zu den zentralen Kennzahlen der Branche.  In diesem Bereich steht Transocean gut da. Das Auftragsbuch steht aktuell bei 7,8 Mrd. $. Das ist zwar weniger als die 8,2 Mrd. $ vom Oktober, aber immer noch höher als bei vergleichbaren Förderkonzernen.  Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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