Märkte / Anleihen

Die Zinsen sind keine Einbahnstrasse

Seit Mitte Juni sinken die Langfristzinsen wieder. Ist das nur eine Verschnaufpause oder das Ende der Anleihenbaisse?

Die Normalisierung der Geldpolitik schreitet voran. Als Nachzüglerin wird in zwei Wochen auch die Europäische Zentralbank (EZB) endlich die Leitzinsen anheben. Die steigenden Anleihenrenditen haben den Finanzmärkten ein desaströses erstes Halbjahr beschert. Doch am langen Ende der Zinskurve ist der Spuk womöglich schon wieder vorbei. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen befinden sich seit Mitte Juni auf dem Rückzug, nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland und in der Schweiz.

Rezessionsängste haben die zuvor grassierenden Inflationssorgen und die damit verbundenen Erwartungen einer sehr restriktiven Zinspolitik in den Hintergrund verdrängt. Die US-Zinskurve hat sich verflacht, erneut sind die zehnjährigen US-Bondrenditen unter die zweijährigen gefallen. Eine solche Inversion der Zinsstrukturkurve gilt als zuverlässiger Rezessionsindikator.

Realzinsen steigen nicht mehr

Die marktbasierten Inflationserwartungen – abgeleitet aus der Renditedifferenz von inflationsgeschützten und gewöhnlichen Staatsanleihen – haben den Zenit bereits im April überschritten. Statt 3% wird über die nächsten zehn Jahre eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,3% erwartet.

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