Märkte / Makro

Die Zinskurve sendet unterschiedliche Signale

Der schwindende Renditeunterschied zwischen zehn- und zweijährigen Treasuries kündigt Unheil an. Am kurzen Ende aber zeigt sich ein ganz anderes Bild.

Nur zwei Jahre nach der letzten Rezession geht schon wieder die Angst vor einem Absturz der US-Wirtschaft um. Der Grund ist die Zinskurve, namentlich der Renditeunterschied zwischen zehn- und zweijährigen Staatsanleihen. Da die zweijährigen Zinsen stark gestiegen sind, hat sich der Abstand zu den zehnjährigen auf 0,17 Prozentpunkte verkleinert (vgl. Grafik).

So gering war der Renditeunterschied zuletzt im Februar 2020, ganz zu Beginn der Coronapandemie. Eine solche Verflachung der Zinskurve kann vieles bedeuten: Sie könnte zum Beispiel die Erwartung spiegeln, dass die Notenbank die Inflation in den Griff bekommt und die Zinsen längerfristig nicht mehr so stark steigen. Sie könnte aber auch Ausdruck der Befürchtung sein, dass rasche Leitzinserhöhungen die Konjunktur abwürgen.

Vorbote einer Rezession

Statistisch betrachtet ist vor allem ein inverse Zinskurve eine Gefahr, das heisst, wenn die zweijährigen Renditen über die zehnjährigen klettern – eine Situation, die gemäss den Zinsderivaten schon bald erwartet wird. Denn in der Vergangenheit ging jeder US-Rezession seit 1950 eine solche verkehrte Zinskurve voraus. Nur ein Mal, 1967, war das Signal falsch. Auch ob es 2020 ohne Corona zur Rezession gekommen wäre, bleibt fraglich.

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