Märkte / Anleihen

Die Zinswende ist am Ende

Die Inflationserwartungen haben ihren Höhepunkt erreicht. Aber noch wichtiger ist, dass die Realzinsen tief im negativen Bereich bleiben.

Die Zinsen sinken wieder – das kommt für viele Marktakteure überraschend. Denn das vorherrschende Narrativ ist, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung in den USA und Europa fortsetzt. Doch der Anleihenmarkt scheint mit dieser Interpretation seine Probleme zu haben.

In den USA sind die nominalen zehnjährigen Bondrenditen von ihrem Zwischenhoch von 1,7% deutlich zurückgefallen – mit einem Stand von 1,3% notieren sie deutlich tiefer als vor der Pandemie. Gleichzeitig ist an den Aktienmärkten der Reflation Trade ins Stocken gekommen. Die konjunktursensitiven Titel (Zykliker) und Value-Aktien geraten wieder ins Hintertreffen.

Realrenditen unter Druck

Der Blick auf inflationsgeschützte Anleihen gibt einen Hinweis darauf, woher das vorläufige Ende der Zinswende stammt. So haben die in den US-Anleihenkursen eingepreisten, langfristigen Inflationsraten – die Break-even-Raten – ihren Höhepunkt Mitte Mai bei 2,5% erreicht. Seitdem sind sie leicht gefallen, notieren aber mit über 2% noch über dem Teuerungsziel der US-Notenbank. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

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Oliver Schmid 12.07.2021 - 23:30
Mal schauen Hr. Trentin, wenn die Inflation im Euro Raum Ende Jahr auf 3% “überschossen” hat, wie Sie es schreiben. Wie dann wohl die Lohnrunden der Gewerkschaften aussehen werden ? Glauben Sie, das diese mit 0-1% zufrieden sind, wie bis anhin (wäre ein massiver Kaufraftverlust). Denen ist auch egal, wenn die Notenbanke die Inflation nur temporär (2 Jahre, 3 Jahre,… Weiterlesen »