Unternehmen / Finanz

Die Zukunft von Credit Suisse nach Greensill

Analyse | Die Bank ist sich über den Schaden ihres Fondsdebakels wohl im Klaren. Darüber hinaus könnten Ende April im Asset Management Weichen neu gestellt werden.

Für Credit Suisse wird es bitter. 3 Mrd. $ an Verlust könnten aus dem Greensill-Debakel für die Anleger resultieren. Das habe die Bank intern errechnet, schreibt die «Financial Times» (FT). Das entspricht rund einem Drittel des gesamten ursprünglichen Fondsvermögens. Schon bereiten Anwälte Sammelklagen von Investoren vor, denn wie Recherchen von FuW zeigen: Die Fonds wurden als sicher verkauft, darin aber hohe Risiken gefahren.

So prüft die Bank laut der Nachrichtenagentur Reuters die Möglichkeit, den Anlegern entgegenzukommen und sie für die Hälfte der zu erwartenden Ausfälle zu entschädigen. Stand jetzt könnte ihr also ein Verlust von 1,5 Mrd. $ oder rund einem halben Jahresgewinn drohen. Die Bank selbst äussert sich zu alledem nicht. Der Aktienkurs, der durch die Affäre bereits belastet wurde, dürfte weiter unter Druck stehen.

Ab in die ARU

Von den Fonds-Assets im Volumen von ursprünglich 10 Mrd. $ sind jedenfalls bereits rund 4,4 Mrd. $ liquide und sind teilweise an die Kunden zurückgeführt worden, wie CS-CEO Thomas Gottstein Mitte März mitgeteilt hat. Laut FT dürfte CS in drei Wochen im Bild darüber sein, wie es um die weiteren, teils kompliziert strukturierten Assets steht. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

Aloys K. Osterwalder 26.03.2021 - 16:18

Die Wiederwahl und Genehmigung der Vergütung des VR und die
Genehmigung der Vergütung der GL stehen an der kommenden GV
der Credit Suisse zur Entscheidung an. Wie soll sich der Aktionär
nach diesem erneuten Debakel der Bank verhalten?

Christoph Saetteli 27.03.2021 - 16:01

Strukturierte Produkte ob im Direktvertrieb oder über Fondsgefässe sind für die Bank in der Regel lukrativ, weil direkt und indirekt Gebühren anfallen, und diese auch noch im Konstrukt eingebaut und somit für den Kunden schwer erkennbar, und dazu noch ein Hebeleffekt eingebaut werden kann. Die andere Seite sind Reputations- und Haftungsrisiken wie es sich nun im Greensill- Debakel zeigt.