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Diesel-Razzia bei Continental und Volkswagen

Beim Automobilzulieferer werden momentan Durchsuchungen durchgeführt gegen Beschäftigte, welche unter Verdacht der Beihilfe zum Betrug stehen.

(Reuters) In ihren Ermittlungen zum Diesel-Abgasskandal von Volkswagen (VOW 138.5 27.06%) hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch Geschäftsräume des Autozulieferers Continental (CON 88.54 2.52%) durchsucht. Die Strafverfolger hätten Büros unter anderem in Hannover, Frankfurt und Regensburg aufgesucht, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover. Auch Volkswagen bekam in Wolfsburg Besuch von Ermittlern. Als erstes hatte die «Wirtschaftswoche» darüber berichtet.

Bei den Durchsuchungen gehe es um einen von VW entwickelten 1,6 Liter Dieselmotor, zu dem Conti die Motorsteuerung geliefert habe. Ermittelt werde in diesem Zusammenhang auch gegen Beschäftigte des Zulieferers wegen des Verdachts der Beihilfe zum Betrug und der mittelbaren Falschbeurkundung im Zeitraum 2006 bis 2015. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, es handele sich um einen Ableger des Hauptverfahrens in Braunschweig, in dem die Fäden im VW-Abgasskandals zusammenlaufen. Er verwies auf ähnliche Untersuchungen der Strafverfolger in Stuttgart gegen den Zulieferer Bosch. Das Niedersächsische Justizministerium teilte auf Anfrage mit, man habe aus organisatorischen Gründen entschieden, ein Verfahren aus dem VW-Komplex nicht in Braunschweig, sondern bei der Staatsanwaltschaft Hannover zu führen.

Spuren dürften auf VDO zurückgehen

Bei Conti ermittelt die Behörde den Angaben zufolge unter anderem gegen sieben Ingenieure und zwei Projektleiter. Die «Wirtschaftswoche» berichtete, betroffen seien ehemalige und aktive Mitarbeiter, darunter auch der alten Siemens-Tochter VDO, die 2007 von Conti übernommen wurde. Dem Magazin zufolge sollen Mitarbeiter von VW damals den späteren Mitarbeitern von Continental den Auftrag gegeben haben, ein Einspritzsystem für den 1,6-Liter-Motor zu entwickeln. Dazu habe auch die Software für die Motorsteuerung gehört.

Continental erklärte, Staatsanwaltschaft und Polizei hätten in den laufenden Ermittlungen im Zusammenhang mit einer von VW verwendeten Abschaltvorrichtung mehrere Unternehmensstandorte aufgesucht. Der Dax-Konzern aus Hannover kooperiere vollumfänglich mit den Behörden, sagte ein Sprecher. Weitere Angaben machte er mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht. Conti bekräftigte frühere Aussagen im VW-Dieselskandal, wonach er keine Software zur Manipulation von Abgaswerten geliefert habe.

Auch Volkswagen bestätigte Durchsuchungen. Ein VW-Sprecher sagte, der Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft sei umgesetzt worden. Die von den Ermittlern geforderten Unterlagen seien übergeben worden. «Wir sind in dem Fall unbeteiligter Dritter.»

Volkswagen hatte vor fast fünf Jahren auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben, Abgaswerte von Dieselautos in grossem Stil manipuliert zu haben. Die Wiedergutmachung hat den Konzern bisher mehr als 30 Milliarden Euro gekostet – vor allem an Strafen und Schadensersatz in Amerika

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