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Dieses niederländische Unternehmen ist Markt- und Wachstumschampion

Die niederländische Fitnessclubkette Basic-Fit wächst jährlich über 20%. Und so soll es auch weitergehen.

Andreas Meier

Gesundheit ist ein Wachstumsmarkt, das gilt nicht bloss für Arzt- und Spitalleistungen oder Pharma- und Medtechprodukte. Auch Fitness-Angebote stossen auf steigende Nachfrage. An der Börse hat sich der niederländische Fitness-Center-Betreiber Basic-Fit (Euronext: BFIT, Börsenwert: 1,86 Mrd. €, Kurs: 34.30 €) mit schnellem Wachstum profiliert.

Der erste Basic-Fit-Club öffnete 2006 in den Niederlanden. Schon 2009 wurde nach Belgien expandiert. 2013 wurde der ehemalige niederländische Profitennisspieler Rene Moos, dessen Firma HealthCity 2010 die Basic-Fit-Kette mit 28 Clubs übernommen hatte, CEO von Basic-Fit. Unter seiner Leitung gewann die Expansion noch an Tempo. Bis 2015 war die Basic-Fit-Kette auf 338 Clubs angewachsen, die geografische Reichweite um Frankreich, Spanien und Luxemburg erweitert worden. Im Juni 2016 wagte das Unternehmen mit damals (2015) 200 Mio. € Umsatz und 23 Mio. Verlust den Sprung an die Börse in Amsterdam. Heute wird Basic-Fit weiterhin von Moos geleitet, der mit 16% grösster Einzelaktionär ist. Im Publikum gestreut sind 69%.

 

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Mit Abstand Marktleader

2018 betrug der Umsatz bereits 400 Mio. €, als Gewinn werden 18 Mio. € ausgewiesen, was einer Marge von 4,3% entspricht. Das Unternehmen ist mit Abstand Branchenführer und Wachstumsleader in Kontinentaleuropa. Mit 752 Clubs in fünf Ländern (Stand September 2019) liegt man deutlich vor der Nummer zwei, der deutschen  Clever Fit, die in vier Ländern 450 Clubs betreibt.

Bezogen auf den Umsatz hält Migros gemäss dem Fachblatt «Fitness Management» mit 380 Mio. € die Nummer-zwei-Position, gefolgt von der deutschen McFit Global Group. Alle diese Konkurrenten, auch die nachfolgenden, wachsen allerdings nur einstellig, während Basic-Fit 2018 über 23% zulegte.

Das Wachstumstempo soll auch künftig hoch bleiben. CEO Rene Moos hat anlässlich des Investorentags im November 2019 die Erweiterung der Standorte um jährlich 150 und Umsatzzunahmen von mindestens 20% p.a. vorgegeben. 2022 sollen 1250 Clubs in Betrieb sein.

Als Vorteil für die Expansion hat sich die Tiefpreispolitik des Unternehmens entpuppt. Die monatlichen Mitgliedergebühren betragen je nach Leistungsumfang zwischen 20 und 30 €. Dank der erreichten Grösse kann mehr Geld in die Expansisonsstrategie und in die dazu nötigen Marktanalysen investiert werden. Viel Potenzial ortet Basic-Fit in Frankreich, wo das Unternehmen zwischen 2014 und 2019 von 10 auf über 330 Standorte gewachsen ist. Mit einer ausgeklügelten Standortwahl will man in den nächsten Jahren auf bis 950 Standorte ausbauen.

Wachstum gibts nicht gratis

Das zügige Wachstum hat zu einer vergleichsweise hohen Verschuldung geführt, wobei IFRS 16 (Leasingkontrakte werden zu Schulden) die effektive Schuldenlast stark überzeichnet.

2020 sollte ein bereinigter Gewinn pro Aktie von 0.80 € möglich sein, woraus sich ein KGV von über 40 errechnet. Das ist nicht billig, doch für ein Unternehmen, das sowohl Markt- als auch Wachstumschampion ist, scheint das angebracht.