Unternehmen / Technologie 18:42 - 17.03.2017

«Digitale Angebote sollen Wachstum bringen»

Ulrich Spiesshofer, CEO von ABB, über die Lehren aus den jüngsten negativen Schlagzeilen und die operativen Hebel für mehr Dynamik im Geschäft.
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Aktionär
Teilhaber einer AG bzw. Inhaber einer Aktie oder einer Mehrzahl von Aktien.
CEO
Angelsächsische Kürzel für Unternehmenschef (Chief Executive Officer), Leiter der Finanzabteilung (Chief Financial Officer), Leiter Anlagestrategie (Chief Investment Officer) sowie Leiter operatives Geschäft (Chief Operating Officer), die gemeinsam die Geschäftsleitung bilden.
Generalversammlung
Oberstes Organ einer AG. Neben der ordentlichen jährlichen Versammlung der Aktionäre können auch ausserordentliche GV einberufen werden.
Verwaltungsrat
Überwacht und lenkt (über die Strategiefestlegung) für die Gesamtheit der Aktionäre die Geschäftsleitung eines Unternehmens. Die VR-Mitglieder einer AG schweizerischen Rechts müssen in der Regel mehrheitlich das Schweizer Bürgerrecht besitzen und in der Schweiz wohnhaft sein. Der VR besteht aus exekutiven (unternehmensinternen) und nicht exekutiven (externen) Mitgliedern. Immer mehr setzt sich im Rahmen einer guten Corporate Governance die Praxis durch, dass ein bedeutender Teil der VR in keiner geschäftlichen Beziehung zum Unternehmen stehen darf. Der VR wird von der GV gewählt.

An einer Kundenmesse in der texanischen Ölmetropole Houston hat ABB diese Woche ABB Ability präsentiert, ein Portfolio von über 180 digitalen Produkten und Dienstleistungen. Ulrich Spiesshofer, seit 2013 CEO des Automations- und Energietechnikkonzerns, hofft, mit diesem umfassenden Angebot auf den Wachstumspfad zurückzufinden. Im Interview mit FuW nimmt er zudem Stellung zum grossen Betrugsfall in Südkorea und zur anstehenden Wahl eines Vertreters des kritischen Grossaktionärs Cevian in den Verwaltungsrat.

Herr Spiesshofer, ABB hat in jüngster Zeit für einige negative Schlagzeilen gesorgt: grosser Betrugsfall in Südkorea, Korruptionsfall in Grossbritannien, Konkurs eines Distributors in der Türkei. Sind die internen Kontrollen ungenügend?
Nach diesen Fällen ist klar, dass wir die Kontrollen verstärken müssen. In der Türkei herrscht grosse Unruhe. In dieser Situation hat unser Team vor Ort insgesamt gute Arbeit geleistet. Aber ein Fall ist uns durch die Lappen gegangen. Wir müssen deshalb nachschärfen. Der Fall in Grossbritannien geht viele Jahre zurück. Heute sind wir besser aufgestellt. Den Fall in Südkorea kann ich im Moment nicht kommentieren, da die Untersuchung noch läuft. Wir engagieren uns konsequent dafür, dass wir unsere Nulltoleranzpolitik durchziehen. In Südkorea haben wir sofort eine sehr tiefgehende Untersuchung eingeleitet und externe Hilfe dazugenommen, sodass wir die Situation völlig neutral analysieren können. Wir nehmen solche Fälle also extrem ernst.

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