Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Entscheidungsjahr 2020
Märkte / Makro

«Es stimmt nicht, dass Sozialhilfe faul macht»

Die Zürcher Professorin Dina Pomeranz und andere Volkswirte bringen eine evidenzbasierte Politikberatung auf der ganzen Welt voran – Ideologie soll eine möglichst geringe Rolle spielen.

Der Wirtschaftsnobelpreis zeichnet 2019 Volkswirte aus, die mit einem experimentellen Ansatz weltweit die Armut bekämpfen wollen. Einen ähnlichen Weg geht auch die Ökonomin Dina Pomeranz von der Universität Zürich.

Frau Pomeranz, stimmt es, dass die Armut weltweit immer schlimmer wird?
Die Daten sagen uns etwas anderes, etwas sehr Beeindruckendes: Die Armut nimmt weltweit rapide ab. In den vergangenen dreissig Jahren ist die extreme Armut auf die Hälfte gesunken, die Kindersterblichkeit ebenfalls auf die Hälfte, genau wie die Müttersterblichkeit.

«In den vergangenen dreissig Jahren ist die extreme Armut auf die Hälfte gesunken.»

Warum sollte jemanden die globale Armutsbekämpfung interessieren, der sonst nur auf Börsen und Finanzmärkte schaut?
Einerseits sind die meisten Menschen ja nicht nur am eigenen Wohlstand interessiert, sondern auch daran, den Rest der Welt besser zu verstehen und etwas Positives zu bewirken. Andererseits sind Schwellen- und Entwicklungsländer auch ein wachsender Teil der Weltwirtschaft, in dem die grosse Mehrheit der Menschheit lebt und ein immer grösserer Anteil der Wirtschaftsleistung entsteht. Wer diesen Teil der Weltwirtschaft nicht beachtet, verpasst sehr viel. Allein im vergangenen Jahr gab es zum ersten Mal mehr Handel zwischen den Entwicklungsländern als zwischen den reichen Nationen.

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