Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Dividenden
Unternehmen

Dividendenjäger kommen auf ihre Kosten

Die Zahlungen für 2020 fallen besser aus als im Frühjahr befürchtet. Hierzulande profitieren Aktionäre von einer langfristigen Ausschüttungspolitik.

Erste Vorschläge lassen es erahnen: Ein ansprechendes Dividendenjahr bahnt sich an. Das bestätigt Peter Romanzina, Leiter Brokerage der Bank Vontobel: «Wir erwarten, dass die Dividenden für 2020 in vielen Fällen in normalem Rahmen moderat steigen.» Normalität ist nicht selbstverständlich. Im vergangenen Frühling drohte der Ausbruch der Pandemie Dividendenjägern einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Schätzungsweise jedes zehnte Unternehmen kürzte die Dividende für 2019 kurzfristig, schob sie auf oder liess sie entgegen der Erwartung ausfallen, um die Liquidität im Betrieb zu sichern. Und wohl manches sah von einer Erhöhung ab. Auf dem Höhepunkt der Pandemie war der Druck auf die Unternehmen gross, die Gewinnausschüttung anzupassen. Ist Grosszügigkeit gegenüber Aktionären in solchen Krisenzeiten legitim? Diese Frage beschäftigte auch die Politik: Im Parlament wurde ein Dividendenverbot für Gesellschaften, die in der Coronakrise Kurzarbeitsentschädigung bezogen, erst nach längerem Hin und Her abgelehnt.

Branchenmix spielt mit

Die Grossbanken mussten die Hälfte der Ausschüttung auf Geheiss der Finanzmarktaufsicht Finma auf den Herbst ­verschieben, Julius Bär und EFG taten es ihnen gleich. Schliesslich jedoch zahlten die Gesellschaften im Swiss Performance Index (SPI) für das Fiskaljahr 2019 etwa 43 Mrd. Fr. aus, kaum weniger als im vierten Rekordjahr zuvor. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?