Märkte / Makro

Dollarstärke gibt SNB weiteren Grund für Zinsschritt

Auch wenn der Eurokurs wichtiger ist, kommt die Aufwertung des Dollars der Nationalbank entgegen. Deviseninterventionen und Negativzinsen braucht es so bald nicht mehr.

Die steigenden Zinsen und die Aussicht auf eine straffere US-Geldpolitik lassen den Dollar erstarken. Bewährte sichere Häfen wie den Yen oder den Franken lassen die Investoren trotz Marktturbulenzen links liegen. Das spiegelt sich auch im Dollar-Franken-Wechselkurs. Er hat zum ersten Mal seit 2019 die Parität erreicht. 1 Fr. kostet der Greenback aktuell, Anfang letzten Jahres notierte er bei 88 Rappen.

Da sie einen hohen Umsatzanteil in den USA erzielen oder vorwiegend in Dollar fakturieren, gelten vor allem die Unternehmen aus der Luxus- und der Uhrenindustrie, die Pharmabranche sowie die Industriekonzerne ABB und Sulzer als Nutzniesser einer Dollaraufwertung. Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte die Erholung des Dollars wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Seit Jahren versucht sie, mit Negativzinsen und Devisenmarktinterventionen einen zu starken Franken zu verhindern.

Für die SNB entspannt sich die Währungssituation

Doch insgesamt ist der Dollareffekt auf die Schweizer Wirtschaft deutlich kleiner als derjenige des Euro-Franken-Kurses. Die USA haben zwar mittlerweile Deutschland als wichtigsten Absatzmarkt für Schweizer Waren abgelöst. Doch selbst im Ausnahmejahr 2020 gingen 40% der Exporte in die EU und nur rund 20% in die USA. 2021 war der Abstand der EU zu den USA beim Exportanteil wieder mehr als 30%.

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