Unter Sparen versteht man nach landläufiger Auffassung, für einen bestimmten Zweck weniger Geld auszugeben. Demnach kann von Sparen in den öffentlichen Haushalten der Schweiz (Bund, Kantone, Gemeinden, öffentliche Sozialversicherungen) keine Rede sein – allen Diskussionen über Sparprogramme oder gar Behauptungen, der Staat werde zu Tode gespart, zum Trotz. Die Ausgaben der öffentlichen Hand stiegen von 1995 bis 2016 um 64,3% auf 226,2 Mrd. Fr. Damit wurde das Wachstum des nominellen Bruttoinlandprodukts (BIP) von 62,6% übertroffen. Der grösste Ausgabenbrocken ist die soziale Sicherung mit knapp 90 Mrd. Fr., entsprechend einem Anteil von knapp 40% an den Gesamtausgaben. Dieser Posten wuchs in der betrachteten Zeitspanne mit 81,4% deutlich stärker als das BIP. Das steilste Ausgabenwachstum wies das gesondert erfasste Gesundheitswesen auf: Die Ausgaben haben sich von 6,5 auf 14,7 Mrd. Fr. deutlich mehr als verdoppelt. Diese zwei Posten absorbierten 2016 zusammen rund 46% der öffentlichen Ausgaben. Der Sozialstaat wird nicht, wie oft kolportiert, zu Tode gespart – im Gegenteil. Von einem überdurchschnittlichen Ausgabenwachstum profitierte auch der Bereich Bildung, Freizeit, Sport, Kultur und Religion. Der geringste Zuwachs war im Posten Verteidigung, öffentliche Ordnung und Sicherheit mit einem Plus von 30,7% zu registrieren.