In Cervantes’ gleichnamigem Meisterwerk griff Don Quijote diese Windmühlen an. Sancho Pansa konnte ihn nicht zurückhalten. Der scharfsinnige deutsche Schriftsteller Heinrich Heine erkannte im Knappen das Volk, im Mann von La Mancha dessen Anführer: Sancho, an sich vernünftig, folge «dem wahnsinnigen Ritter in allen seinen gefährlichen Abenteuern … gelockt von der versprochenen Belohnung, an die er glaubt, weil er sie wünscht, mehr aber noch getrieben von der mystischen Gewalt, die der Enthusiasmus immer ausübt auf den grossen Haufen». Mal sehen, welchen Enthusiasten (von trauriger oder schicker Gestalt) das spanische Volk am 28. April folgen wird, in der vorgezogenen Parlamentswahl. Die Minderheitsregierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez ist bereits am Ende. Sie kam im vergangenen Juni nach einer Quijoterie an die Macht – Sánchez orchestrierte den Sturz des konservativen Premiers Mariano Rajoy, ohne für den Tag danach einen Plan zu haben. Ausser: die Gebeine von Diktator Franco umzubetten – Quijote live. Schier dem alten Ritter gleich treiben es aber vor allem katalanische Separatistenchefs; sie attackieren vermeintliche Feinde und ignorieren jede Gefahr. (Bild: Roberto Moiola/Keystone)