Weine nicht um mich, Argentinien, denn in Wahrheit habe ich dich nie verlassen – sinngemäss so singt die Heldin im Erfolgsmusical «Evita». Das klingt, vor den argentinischen Wahlen nächsten Sonntag, bedrohlich nach einem Comeback: Cristina Fernández de Kirchner, wie Evita Perón einst Präsidentengattin, gar seine Nachfolgerin im höchsten Staatsamt (2007 bis 2015), könnte wieder in die Casa Rosada einziehen. Diesmal als Vizepräsidentin, unter dem wahrscheinlich nächsten Präsidenten Alberto Fernández, der beiden Kirchners als Kabinettsleiter zugedient hatte. Die Präsidentschaft Cristina Kirchners – Peronistin, also etwa Linkspopulistin – war wirtschaftlich desaströs (sie selbst ist nicht verarmt). Freilich hat es der noch amtierende wirtschaftsliberale Präsident Mauricio Macri nicht geschafft, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, im Gegenteil. Egal, wer Argentinien regiert – bergauf geht’s partout nicht. Da haben es diese Gauchos in der Pampa westlich von Buenos Aires noch am besten: Zu beissen gibt’s immer was, der Grill für den Asado ist ruckzuck angefeuert; das Lamm hier muss himmlisch gemundet haben. Die Argentinier lassen sich ihre fleischlichen Gelüste durch den politischen Schlangenfrass nicht vermiesen. (Bild: EPA/Keystone)