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So dürr sieht’s derzeit aus im Hinterland von Kapstadt. In den zwei vergangenen Wintern – jeweils von Ende Mai bis August – fiel zu wenig Regen. Die Stauseen um die Metropole mit ihren etwa 3,7 Mio. Einwohnern sind nur noch zu knapp 30% gefüllt, und die letzten 10% im Reservoir sind nicht brauchbar. Kapstadt hat gerade noch für etwa hundert Tage Wasser; wenn der ersehnte Regen nicht zeitig einsetzt und die «Green Season» ihren Namen nicht rechtfertigt, wird die Lage kritisch. Für die Städter (übrigens würde der Touristenstrom zum Rinnsal verkümmern) wie für die Bauern hier im Swartland, eine gute Autostunde nördlich der Metropole. Gewöhnlich versorgt diese Region das ganze Kap: Es wachsen Weizen, Gemüse, Früchte, Reben, es grasen Rinder, Ziegen, Schafe; eines der lauschigen Nester im «schwarzen Land» heisst denn auch Koringberg, Weizenberg. Passé? Nun wird erwogen, Meerwasser zu entsalzen, Flüsse anzuzapfen,  Grundwasser anzubohren. Schlimmstenfalls könnte die malerische Ecke am Kap 2019 auf dem Trockenen hocken. 1874 zogen Buren auf dem legendären «Dorslandtrek» durch das Durstland der Kalahari ins fruchtbare Angola. Wenn auch nicht wegen der Dürre, sondern wegen der Briten.