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Dottikon lässt das Vorjahr vergessen

Analyse | Deutlich bessere Semesterzahlen zeigen die operative Stärke des Pharmazulieferers. Die Börse honoriert es mit einem Kurssprung.

Mit einem Umsatzsprung von 38% und einer Verdreifachung des Gewinns auf Stufe Ebitda überzeugt Dottikon ES in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres, das mit dem September geendet hat. Die Vergleichsbasis ist allerdings niedrig. Im Vorjahr war der Umsatz 19% eingebrochen.

Der aktuelle Leistungsausweis überzeugt die Anleger, dass Dottikon effizient aufgestellt ist und im Pharmazuliefergeschäft ansehnlichen Gewinn erzielen kann. Der Aktienkurs sprang zum Handelsstart am Freitag zunächst fast 10% in die Höhe und zog im Verlauf des Morgens weiter an.

Gehebeltes Geschäftsmodell

Die Ebitda-Marge erreichte im traditionell schwächeren ersten Halbjahr eindrückliche 35,8%. Der Fortschritt wird aufgrund der ausserordentlichen Situation im Vorjahr besser sichtbar, wenn man das aktuelle Resultat mit dem vor zwei Jahren vergleicht. Damals lag diese Kennzahl bei 28,5%. In absoluten Zahlen legte der Ebitda innerhalb von zwei Jahren von 20 Mio. auf 28 Mio. Fr. zu. Das entspricht einer Steigerung von 40%.

Im selben Zeitraum wuchs der Umsatz 11%. Das liegt zwar leicht unter dem jährlich prognostizierten Marktwachstum von rund 6%. Dafür kam die Hebelwirkung des Geschäftsmodells voll zum Tragen: Mit gleich vielen Mitarbeitern wie vor Jahresfrist steigerte Dottikon die Verkäufe. Der Gewinn nahm deutlich überproportional zu.

Unsicherheiten trotz positiver Trends

Rückenwind erhält Dottikon von Trends zur Rückverlagerung einiger Produktionsprozesse von Asien in westliche Länder und zur Auslagerung der Produktion von Medikamenten und ihren Bestandteilen bei den Branchengrössen. Die wachsende Biotech-Szene setzt ohnehin auf Auftragsfertiger.

Auch wenn das Wachstum in der Berichtsperiode breit abgestützt war, verweist das Management um Mehrheitseigner Markus Blocher auf Unsicherheiten, die nach wie vor bestünden: ein labiles wirtschaftliches Umfeld und die Herausforderung, wenn erfahrungsarme Produktionsprozesse vom kleinen Rahmen auf grössere Mengen hochgefahren werden. Das kommt etwa vor, wenn Medikamentenkandidaten auf den Markt kommen, die zuvor in Studien getestet wurden.

Mit Prognosen ist Dottikon eher konservativ. Für das Geschäftsjahr erwartet sie «unverändert einen Nettoumsatz über dem Vorjahr». Die Investitionen sollen weiterhin «hoch ausfallen».

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