Der US-Leitindex überspringt seine bisherigen Höchststände und erreicht damit einen neuen Meilenstein. Ist das noch eine Bärenmarktrally oder schon die allseits erhoffte V-Umkehr, mit der der Corona-Crash schnell und vollständig kompensiert werden wird?

Der Kurzfristchart des Dow Jones Industrial Index lässt nur wenig Wünsche offen: Der Markt springt über die bisher um 24’750 definierbare Barriere der vergangenen Wochen und generiert damit ein frisches Kaufsignal auf dieser Zeitebene. Nun muss er das neu gewonnene Terrain nur bis Handelsschluss verteidigen, um zu beweisen, dass die höheren Kurse auch wirklich mehrheitsfähig sind.

Trotz der positiven Tendenz im untergeordneten Zeitfenster bleiben die Hürden um 25’200 und 26’000 bestehen. Dort verlaufen eine markante horizontale Wendezone aus den Vormonaten sowie der viel beachtete 200-Tage-Durchschnittspreis (violett). Auch ist der Markt schon leicht überhitzt, erkennbar daran, dass er am oberen Rand seines hier berechenbaren Schwankungskorridors (blau) verläuft. Jedes dieser technischen Hindernisse wäre für sich genommen kein KO-Argument gegen ein weiteres Plus. In der Summe sollten sie einen Anstieg des Dow dennoch weiter verzögern können.

Schon das jetzt erreichte Kursniveau ist aber ein klares Stärkesignal des Index, das in dieser Form vor einigen Wochen noch fast unmöglich erschienen war. Damit ist zumindest ein schneller weiterer Einbruch unter das März-Tief sehr unwahrscheinlich geworden. Eine Bärenmarktrally wäre offiziell aber erst vorbei, wenn der Dow sich wieder oberhalb seines 200-tägigen Mittelkurses einpendelt. Bis dahin bleiben die Kaufzonen um 22’900 und 22’500 sowie bei rund 21’000 auch weiterhin als Ziel einer nächsten Schwächephase bestehen.

(Quelle der Grafiken: www.iquant.ch)

Leser-Kommentare

Siegfried Karner 26.05.2020 - 21:16

Herr Büchler lag zuletzt massiv daneben!