Märkte / Aktien

Dow Jones fällt in Korrekturmodus

Die amerikanischen Aktienmärkte erleiden erneut deutliche Verluste. Der Dow Jones hat seit dem Rekordhoch von Ende Januar inzwischen mehr als 10% eingebüsst.

(Reuters/CG) Drei Tage nach dem Absturz der US-Börsen hat die Furcht vor einem Ende des billigen Geldes an Wallstreet erneut zu hohen Verlusten geführt. Der Dow Jones (Dow Jones 25444.34 0.26%) Industrial büsste am Donnerstag 4,5% ein. Seit der Bestmarke vom 26. Januar notiert das Blue-Chip-Barometer inzwischen 10,4% im Minus, womit von einer Korrektur gesprochen wird.

«Die Lage hat sich nicht beruhigt», sagte Jason Ware, Chef-Investmentstratege des Anlagehauses Albion Financial Group, schon am Morgen. «Der Markt versucht, diesen Wahnsinn zu stoppen.» Doch stattdessen beschleunigte sich die Talfahrt in der zweiten Hälfte des New Yorker Börsentages noch weiter.

Die Entwicklung dürfte europäische Anleger am Freitag beunruhigen: Selbst als sich die Verluste in den USA noch in Grenzen hielten, brockte die Nervosität an den US-Börsen dem SMI (SMI 8872.09 1.06%) am Donnerstag einen Verlust von 2,4% ein. Der Dax (DAX 11553.83 -0.31%) und der Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 3210.82 -0.02%) verzeichneten die grössten Tagesverluste seit eineinhalb Jahren.

Volatilität bleibt hoch

Der Dow pendelte am Donnerstag im Handelsverlauf zwischen einem Hoch von 24’903 und einem Tief von 23’849 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2767.78 -0.04%) sank um 3,8% auf 2581. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büsste 3,9% auf 6777 ein.

Für Unruhe sorgte die Bank of England. Sie tastete zwar den Leitzins nicht an, signalisierte aber, dass sie die Zügel «etwas früher und in etwas stärkerem Masse» anziehen könnte als erwartet.

An den Börsen weckte dies die Erwartung, dass Zentralbanken weltweit nun fest auf Kurs zum Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik seien. Die Geldschwemme hatte den Börsen eine jahrelange Rally beschert.

Zinsen verspüren Auftrieb

Die Signale der britischen Notenbank sowie Spekulationen auf eine wachsende US-Staatsverschuldung hievten die Rendite der zehnjährigen Treasury Bonds zeitweise auf 2,88% – nur einen Hauch vom Vierjahreshoch vom Montag entfernt. Später gab die Rendite auf 2,85% nach. Bonds mit einer Laufzeit von dreissig Jahren rentierten 3,14%.

An den Finanzmärkten entwickelte sich ein Tauziehen zwischen Anleiherenditen und Aktienkursen. Der Blick auf die Kreditmärkte sorgte dabei noch für zusätzliche Nervosität an den Aktienbörsen.

Am Montag hatte nicht zuletzt die Furcht vor einer steigenden Inflation und deshalb einer strafferen Geldpolitik zu einem massiven Kurssturz geführt. Anleger rätseln, ob die heftigen Ausschläge in dieser Woche der Beginn einer grösseren Verkaufswelle sind oder nur eine Delle in der seit nunmehr neun Jahren andauernden Rally.

US-Präsident Donald Trump gibt sich bislang gelassen. Sein Sprecher Raj Shah sagte, die US-Regierung sei auf die langfristige Grundlage der Wirtschaft fokussiert. Diese schätze sie als stark ein. Trump hatte die immer neuen Rekordstände an Wallstreet in den vergangenen Wochen auch auf seine Politik zurückgeführt.

Twitter überrascht angenehm

Dem Abwärtstrend trotzen konnten Twitter (TWTR 28.83 -1.57%). Nachdem die Papiere zum Start 30% in die Höhe geschossen waren, gingen sie noch mit einem Plus von gut 12% aus dem Handel. Grund für die Euphorie war, dass der Kurznachrichtendienst erstmals die Gewinnschwelle überschritten hat. Ebenfalls gut 10% gewannen die Titel des New-York-Times-Verlags. Bei der Traditionszeitung brummt das Online-Geschäft.

Auf Sinkflug gingen dagegen die Boeing-Valoren. Der Flugzeugbauer will den Zulieferer Woodward kaufen und musste einen Kursrückgang von fast 5% hinnehmen. Die Woodward-Papiere legten 7,4% zu.

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