Märkte / Makro

Draghi will keine Zinssenkung

Der EZB-Rat war sich im Dezember zwar uneinig über eine Zinssenkung. Die verbesserte Stimmung in Europa spielt seinem Präsidenten nun aber in die Hände.

Am Donnerstag kommen die Währungshüter zu ihrem ersten Treffen im Jahr 2013 zusammen. An der letzten Sitzung Anfang Dezember hatte der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Zinssenkung diskutiert. Dies hatte ihr Präsident Mario Draghi an der anschliessenden Pressekonferenz überraschend erklärt. Nicht wenige Analysten gingen danach von einer Zinssenkung Anfang des neuen Jahres aus.

Falscher Zeitpunkt

Seit Dezember hat sich die Lage in Europa weiter entschärft. Erstens hat sich die Entspannung an den Finanzmärkten fortgesetzt, das Vertrauen in den Euro hat zugenommen, die Renditen in Italien und Spanien kennen trotz dem frühzeitigen Ende der Regierung von Mario Monti, der weitum als Bürge für Reformen galt, nur eine Richtung: nach unten. Zweitens deuten Verbesserungen der vorlaufenden Wachstumsindikatoren – etwa der Einkaufsmanagerindizes oder des Ifo-Geschäftsklimaindex – darauf hin, dass die Konjunktur 2013 das Schlimmste hinter sich lassen könnte. Société Générale gibt zu bedenken, dass der Abbau der Spannungen im Finanzsektor seit dem Herbst in besseren Stimmungsindikatoren reflektiert wird, und geht davon aus, dass sich diese in bessere Wachstumsaussichten im ersten Quartal umsetzen.

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