Märkte / Makro

Draghis neuer Deal mit den Staaten

Neuartige, potenziell unlimitierte Staatsanleihenkäufe gegen Auflagen, die Seniorität der Notenbank fällt, die Leitzinsen bleiben unverändert: Was die Entscheidungen der EZB bedeuten.

Tommaso Manzin und Andreas Neinhaus

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), hat geliefert, was von ihm erwartet wurde: einen Zinsentscheid und Details zum neuen Anlei­henkaufprogramm Outright Monetary Transactions (OMT). Das bisherige Securities Market Program (SMP) wird offiziell beendet. Das wichtigste Ziel sind die Wiederherstellung des monetären Transmissionsmechanismus in der gesamten Eurozone und der Schutz der Einheit der Geldpolitik.

Uneingeschränkte Käufe unter strikten Bedingungen

Das Programm bezieht sich auf Anleihen von Staaten, die ein künftiges Programm der Rettungsvehikel EFSF/ESM aktivieren, oder solche, die bereits einem «makroökonomischen Adjustierungsprogramm» unterstehen und wieder am Kapitalmarkt auftreten. Dabei gibt es zwei Varianten: entweder ein volles Rettungsprogramm oder ein «vorsorgliches Programm» (Enhanced Conditions Credit Line), das aber ebenfalls die Möglichkeit von Bondkäufen der Rettungsvehikel am Primärmarkt beinhaltet. Für die Formulierung der einzelnen Bedingungen werde versucht, auch den IWF einzubeziehen.

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