Die Ebenbilder von Werner Stauffacher, Walter Fürst und Arnold von Melchtal beschwören den Bund der Eidgenossen. Seit 1914: Damals wurde die Statuengruppe, geschaffen vom Genfer Bildhauer James Vibert, in der Kuppelhalle des Bundeshauses enthüllt. Gemeinsam halten die mythischen Gründerväter aus Schwyz, Uri und Unterwalden den Bundesbrief, auf dem Rütli. Der Württemberger Friedrich Schiller hat ihnen in seinem Bühnenstück «Wilhelm Tell» (1804) ein literarisches Denkmal gesetzt. Nächsten Sonntag werden die 200 Mitglieder des Nationalrats und die 46 des Ständerats gewählt. Sie werden am 2. Dezember zur Wintersession zusammentreten und zuerst den Amtseid leisten, nach alter Väter Sitte quasi. Am 11. Dezember werden sie zur Vereinigten Bundesversammlung zusammentreten und die Mitglieder des Bundesrats und die Bundespräsidentin für 2020 küren (Simonetta Sommaruga) – Weihestunden eidgenössischer Demokratie. Nachher verziehen sich die Ratsherren und -damen zum Schmaus. Manche vielleicht in die Berner Altstadtbeiz «Drei Eidgenossen» – Volkes Mund spricht derb von den «Sechs A…backen». Geahndet wird solcher Spott nicht. Wie sagt doch Rudenz zu Gessler: «Ich will reden, ich darf’s!» (Bild: Jose Coelho/EPA/Keystone)