Märkte / Devisen

Drei Jahre Franken-Mindestkurs

Der Euro notiert nahe am Interventionsniveau der Schweizerischen Nationalbank. Die Ausgangslage ist nicht mit der im September 2011 vergleichbar.

Exakt drei Jahre sind vergangen, seit die Schweizerische Nationalbank (SNB) sich voll und ganz der Wechselkurspflege verschrieben hat. Am 6. September 2011 versprach sie, fortan keine Notierung unter 1.20 Fr./€ mehr zuzulassen. Sie werde notfalls unbegrenzt Devisen aufkaufen, um den Euro zu stützen resp. den Franken zum Euro zu schwächen. Den Leitzins als Instrument der Geldpolitik legte sie damit de facto aus der Hand. Er befand sich auf 0%. Jede Zinserhöhung würde dem Ziel, den Franken schwach zu halten, entgegenwirken.

Wer hätte ahnen können, dass die SNB an diesem Jubiläumstag wieder so kurz vor einer Intervention am Devisenmarkt steht wie vor drei Jahren. Der Euro hat sich bis 1.2058 Fr./€ abgeschwächt. Geopolitische Risiken stärken den Franken als traditionelle Safe-Haven-Währung. Vor allem aber setzt die Europäische Zentralbank (EZB) dem Euro zu. Sie betreibt eine Politik, die darauf abzielt, den Euro abzuwerten und damit Europa aus der Stagnation zu führen. 2011 ergänzten sich EZB und SNB: Der Euro sollte nicht zu schwach werden. Heute indes arbeiten sie gegeneinander: Die EZB will einen schwachen, die SNB einen festen Euro.

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