Unternehmen / Konsum

Drei wichtige Themen rund um Aryzta

Trotz der starken Erholung des Aktienkurses bleiben einige Fragen zum Tiefkühlbäcker offen. Etwa die, ob Anleger dabeibleiben sollen.

Aryzta erzählt drei Geschichten: die der strategischen Neuausrichtung, die der Bilanzsanierung und die der operativen Erholung im Backwarenmarkt. Die erste ist mehrheitlich abgeschlossen. Die anderen zwei befinden sich in einer entscheidenden Phase, doch nach der Präsentation der Jahreszahlen 2020/21 (per Ende Juli) am kommenden Montag wird auch hier mehr Klarheit herrschen.

Verwaltungsratspräsident und Interim-CEO Urs Jordi ist seit gut einem Jahr zurück beim Bachwarenkonzern und hat Aryzta in dieser Zeit deutlich verschlankt. So stiess Aryzta im März für 850 Mio. $ (712 Mio. €) sein Nordamerika-Geschäft ab. Zuletzt einigte man sich mit Grupo Bimbo auf den Verkauf der Aktivitäten in Brasilien. Das spült gemäss Schätzungen noch einmal rund 100 Mio. € in die Kasse.

Fokus auf Verschuldung

Übrig bleiben die Regionen Europa und Rest der Welt (Australien, Japan, Malaysia, Singapur, Neuseeland und Taiwan). Die schlankere Aryzta ist gemessen am Umsatz nur noch halb so gross. Deutschland wird zum grössten Einzelmarkt mit einen Umsatzanteil von geschätzten 25%. Dahinter folgen in Zukunft die Schweiz und Frankreich. Die rasche und ertragreiche Fokussierung hat Jordi bei Investoren zusätzliche Kredibilität gegeben. Die Aryzta-Aktien haben sich in einem Jahr um mehr als 100% verteuert.

«Urs Jordi und das neue Team haben die Ziele bereits übertroffen.»

Mikael Brantberg, CIO & Managing Partner Lodbrok Capital

Wie es nun weitergeht, hängt ganz davon ab, in welchem Rhythmus der Turnaround voranschreitet. Zumal es immer noch Investoren gibt, die skeptisch sind. Fondsmanager Marc Possa sagte kürzlich, die tief hängenden Früchte habe Aryzta mit den Devestitionen bereits geerntet. Nun werde es kniffliger. Besonders dringlich ist das Thema der angespannten Bilanz. Die Zürcher Kantonalbank schätzt, dass sich die hohe Verschuldung (ohne Leasing) dank des Verkaufs des Nordamerika-Geschäfts von 1,67 auf 1,01 Mrd. € reduziert haben dürfte, wobei die Verschuldung ohne Hybridanleihen fast weg sei. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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