Unternehmen / Energie

Druck auf die Energieversorger steigt

RWE gerät wegen der Kohlekraftwerke ins Visier eines Aktivisten. Auch BKW muss sich Kritik stellen. Doch die Strombranche bleibt interessant.

In der Strombranche rumort es. Am Donnerstag lancierte der aktivistische Investor Encraft eine Kampagne gegen den deutschen Energieriesen RWE mit der Forderung, das Braunkohlegeschäft abzutrennen. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert aus einem Brief von Encraft an RWE-Chef Markus Krebber, demzufolge das strategische Festhalten an den Braunkohleaktivitäten zu einer signifikanten Werteerosion führe. Anleger reagierten erfreut; die Valoren legten am Donnerstag 1% zu.

RWE will bis 2030 zwei Drittel der Braunkohlekapazitäten stilllegen. Mit Blick auf die Pariser Klimaziele scheint das nicht nur Umweltschützern, sondern auch einer wachsenden Zahl von Investoren zu spät. Andreas Schneller, Fondsmanager des Enetia Energy Infrastructure Fund bei de Pury Pictet Turrettini, geht davon aus, dass RWE sich zu einem baldigeren Ausstieg bewegen wird, wobei auch die Bundestagswahlen ein Katalysator sein könnten. Aufgrund des hohen Anteils fossiler Energie am Strommix sind die Valoren im Gegensatz zu vielen anderen Energieversorgern noch ohne ESG-Aufpreis zu haben.

BKW hält an Fossilen fest

In der Schweiz hält auch BKW bis anhin trotz wachsender Kritik über die Beteiligung am deutschen Steinkohlekraftwerk Wilhelmshaven an der Kohleenergie fest. Gas könnte laut CEO Suzanne Thoma als Übergangstechnologie noch wichtiger werden. Konkret erwähnte Thoma an der Halbjahresbilanzkonferenz am Mittwoch Projekte in Italien, die für BKW interessant sein könnten. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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