Galerien / Objektiv 14:36 - 28.03.2017

Düppeler Schanzen

Er hatte den Krieg kommen sehen: Christian IX, König von Dänemark. 1863 sah er sich genötigt, eine neue Verfassung zu unterzeichnen, die – vereinfacht – Schleswig, Holstein und Lauenburg enger an Kopenhagen band: Der dänische Monarch war in Personalunion Herzog dieser ganz oder mehrheitlich deutschen Lande, die sich bis vor die Tore Hamburgs erstreckten. Holstein und Lauenburg gehörten jedoch zugleich zum Deutschen Bund; der Interessenkonflikt lag offen zutage. 1864 marschierten Preussen und Österreicher gen Norden. Am 18. April tobte hier, bei den Düppeler Schanzen, in der Nähe der heute dänischen Stadt Sonderburg, die blutige Entscheidungsschlacht. Preussen und Österreicher siegten; die dänische Krone verlor die Herzogtümer. Vor einem Monat regte der stellvertretende Vorsitzende der Dänischen Volkspartei (zweitstärkste Fraktion im Folketing, vaterländisch-umverteilungsfroh) an, die heutige, seit 1920 geltende dänisch-deutsche Grenze gut 50 km nach Süden zu verschieben, an den Fluss Eider. Der Mann, Søren Espersen, ist Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Parlaments. Tröstlich, dass er diplomatisch nachschminkte: Eine «Panzerschlacht im Grenzland» sei nicht zu erwarten.