Märkte / Makro

Dürre am Geldmarkt

Die Liquiditätsversorgung des US-Repo-Marktes bleibt eine Sorge.

In der Nacht vom 16. auf den 17. September drohte der Totalausfall des Geldmarktes in den USA. Am sogenannten Repo-Markt war nicht genug Liquidität vorhanden, um den reibungslosen Handel mit Cash an Wallstreet sicherzustellen. Der Repo-Zins schnellte kurzzeitig sogar auf ein zweistelliges Niveau hoch. Die Notenbank musste schnell reagieren. Seither pumpt das Fed Hunderte Milliarden Dollar an Zentralbankgeld in das Finanzsystem – erst einmal ist es vorbei mit der Bilanzkürzung.

Anhand einer Rückkaufvereinbarung – oder Repo – können sich Banken kurzfristig am Interbankenmarkt Cash besorgen. Gegen Hinterlegung von Wertpapieren bei einem anderen Finanzinstitut erhält die Bank Cash, verpflichtet sich aber gleichzeitig zum Rückkauf der Wertpapiere ein oder zwei Tage später. Für diesen kurzfristigen, besicherten Kredit wird ein Zins fällig – der Repo-Satz –, der in der Regel sehr nahe am Leitzins der Notenbank liegt. Ist nicht genug Liquidität im System, wird der Preis für diesen Kredit, also der Repo-Zins, nach oben gedrückt. Im September schoss er kurz auf mehr als 10%.

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