In Kapstadt wird das Wasser knapp, anderswo in Südafrika ebenfalls. Die vergangenen zwei Winter haben zu wenig Regen gebracht. Darunter leiden zusehends der Tourismus, die Landwirtschaft und, womöglich, bald auch die Industrie im Kernland um Johannesburg – davon abgesehen, dass die Dürre vielen Menschen buchstäblich ans Lebendige geht. Noch gibt es Reserven, die aus dem Ausland zufliessen, aus der kleinen Enklave Lesotho, dem «Kingdom in the Sky»; sein niedrigster Punkt liegt auf 1400, der höchste auf knapp 3500 Metern. Anfang 1998 eröffneten König Letsie III und Präsident Nelson Mandela hier den Katse Dam, die erste Stufe eines gemeinsamen Grossprojekts: Strom für Lesotho, Wasser für Südafrika. Noch im selben Jahr kam es im Bergländchen, dessen einzige natürliche Ressourcen Diamanten und, eben, Wasser sind, zu Unruhen nach einer gefälschten Wahl. Mandela schickte Soldaten, Panzer, Flugzeuge. Die Südafrikaner besetzten die Hauptstadt Maseru und, vor allem, den Staudamm. Die «Operation Boleas» kostete Menschenleben und führte zu Zerstörungen. Die Stauseen in Lesotho sind derzeit auch nicht wunschgemäss randvoll. Der nächste Kampf ums Wasser wirft seine Schatten voraus.