Unternehmen / Konsum

Dufry stellt sich neu auf

Der Reisedetailhändler vereinfacht die Organisation und ernennt einen neuen Finanzchef. Der Konzern strebt kleinere und mittelgrosse Zukäufe an.

(AWP/GA) Der Reisedetailhändler Dufry (DUFN 106.65 -1.39%) nimmt weitere Anpassungen in seiner Organisation vor und ernennt einen neuen Finanzchef. Zudem setzt sich die Gruppe zum Ziel, das Geschäft im laufenden Jahr durch den Zukauf kleinerer und mittelgrosser Firmen auszubauen.

Dufry vereinfacht den Aufbau und teilt die regionalen Einheiten neu in vier anstatt wie bisher in fünf Divisionen ein. Dazu legt der Konzern die heutigen Bereiche Südeuropa und Afrika sowie Grossbritannien und Zentraleuropa neu in der Division «Europa & Afrika» zusammen. Die Leitung des Geschäfts übernimmt Eugenio Andrades.

Pedro Castro Benitez und Fred Creighton, die bisher für die beiden zusammengelegten Einheiten verantwortlich waren, werden die jeweiligen Regionen weiterhin führen und an Andrades berichten. Die restlichen drei Divisionen – es sind dies «Osteuropa, Mittlerer Osten, Asien & Australien» sowie «Lateinamerika» und «Nordamerika» – bleiben bestehen.

Die vereinfachte Geschäftsstruktur soll es Dufry erlauben, agiler am Markt aufzutreten und Kosten besonders am Hauptsitz einzusparen. Gleichzeitig werde ins Verkaufspersonal und das digitale Projekt E-Motion investiert.

Neuer Finanzchef

In der Geschäftsleitung gibt es eine Reihe von Veränderungen: So tritt Finanzchef Andreas Schneiter per Ende März zurück. Er tue dies aus persönlichen Gründen, hiess es. Schneiter arbeitet seit 2003 in verschiedenen leitenden Funktionen für Dufry.

Für Schneiter rückt Yves Gerster nach, der das Unternehmen ebenso bestens kennt und seit 2006 für Dufry im Bereich Finanzen tätig ist. Darüber hinaus werden neu alle Divisionsleiter in die Geschäftsleitung aufgenommen. Neben Andrades sind das Andrea Belardini (Leiter «Osteuropa, Mittlerer Osten, Asien&Australien»), René Riedi («Lateinamerika») und Roger Fordyce («Nordamerika»).

Zukäufe geplant

Weiter will Dufry die solide Finanzlage des Unternehmens auch dazu nutzen, im laufenden Jahr kleinere und mittlere Unternehmen zuzukaufen. Es sollen dabei leicht integrierbare Firmen übernommen werden, lautet die Devise. CEO Julián Díaz hatte im Dezember zu «Finanz und Wirtschaft» Asien als bevorzugte Zielregion genannt. Dort fehle Dufry die kritische Masse. «Wir evaluieren laufend Möglichkeiten. Der Fokus liegt dabei auf Unternehmen mit 400 bis 500 Mio. Fr. Umsatz», sagte er im Interview.

Und Dufry werde weiterhin Kapital über Dividendenzahlungen an die Aktionäre zurückführen, verspricht das Unternehmen.

Dufry wird die Geschäftszahlen für 2018 Mitte März vorlegen. Zuletzt ist das Wachstum ins Stocken geraten, in den Monaten Januar bis September nahm der Umsatz noch 3,3% auf 6,56 Mrd. Fr. zu. Währungsschwächen in den wichtigen Märkten Brasilien und Argentinien sowie abflauende Touristenströme in Spanien haben im dritten Quartal für deutliche Bremsspuren gesorgt.

Die Dufry-Aktien eröffneten den Handel am Freitagmorgen marktkonform fester.

Die komplette Historie zu Dufry finden Sie hier. »

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