Unternehmen / Konsum

Dufry bleiben nach Downgrade unter Druck

Die drohende zweite Coronawelle setzt dem Reisedetailhändler zu. Die Titel geben am Freitag deutlich nach.

(AWP) Die Titel von Reisedetailhändler Dufry (DUFN 24.45 2.3%) geben am Freitag deutlich nach. Die drohende zweite Corona-Welle sowie bereits wieder verschärfte Lockdown-Massnahmen in einigen Ländern halten den Druck auf die Tourismus-Branche hoch. Mainfirst hat nun das Kursziel für Dufry weiter gesenkt und die Titel auf «Sell» gesetzt.

In der Spitze betrug das Minus bei den Dufry-Titeln sogar rund 9%. Seit Jahresbeginn weisen die Aktien ein Minus von über 70% auf und zählen damit klar zu den grössten Verlierer der Krise.

Mangelnder Langstrecken-Tourismus belastet

Und dennoch sehen die Analysten von Mainfirst weiteres Abwärtspotenzial. Es sei nicht von einer schnellen und starken Erholung für den Duty-Free-Shop-Betreiber auszugehen, heisst es im Kommentar. Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet der zuständige Analyst nun nur noch eine Erholung der Umsätze auf 75% des Niveaus von 2019, nach zuvor 83%.

Damit bereiten der mangelnde Langstrecken-Tourismus, der Wegfall chinesischer Touristen, der Abschwung in Brasilien und der Rückschlag im Kreuzfahrtschiff-Geschäft Dufry wohl auch mittelfristig Probleme. Das glaubt zumindest Mainfirst. Denn viele Unterbrechungen und Einschränkungen im Flugverkehr blieben so lange bestehen, bis es einen Corona-Impfstoff gebe, so der zuständige Experte.

Und viele Ferienreisende würden sich nun in ihrem Land oder in Nachbarstaaten Ferien machen und somit auf Flugreisen verzichten. Ein weiterer Lockdown auf breiter Basis sei inzwischen allerdings nur schwer durchsetzbar. Sollte er aber kommen, wären Branchen wie der Luftverkehr wiederum als erste betroffen.

Grossaktionär trennt sich von Anteilen

Dabei befürchtet Mainfirst, dass am Markt weiterhin unterschätzt werde, wie langsam sich Dufry nur erhole. Das neue Kursziel von 16 nach zuvor 35 Fr. impliziert denn auch weiteres deutliches Abwärtspotenzial.

Am Donnerstag hatte das Finanzportal «Cash» vermeldet, dass sich Grossaktionär Franklin Resources von den Dufry-Aktien getrennt hatte. Der Stimmenanteil fiel gemäss Offenlegungsmeldung an die Schweizer Börse SIX von 4,95 auf 2,93%. Beobachter würden nicht ausschliessen, dass Franklin Resoucres, die als Spezialisten für Substanzwerte gelten, ganz beim Reisedetailhändler aussteigen könnten, heisst es im Artikel.

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