Niemand konnte die Länge und Tiefe dieser Krise voraussehen. Vor einem Jahr hiess es im Geschäftsbericht von Dufry, Covid-19 habe eine «mögliche vorübergehende Auswirkung» für das laufende Geschäftsjahr. Heuer schreibt der Verwaltungsratspräsident vom «herausforderndsten Jahr in der Geschichte Dufrys und der gesamten Reiseeinzelhandels- und Tourismusbranche».

Die Pandemie brachte den internationalen Reiseverkehr phasenweise zum Erliegen. Die Shops von Dufry an normalerweise touristisch interessanten Standorten blieben leer. Dufry macht knapp 90% des Umsatzes an Flughäfen. Der Rest verteilt sich auf Bahnhöfe, Kreuzfahrtschiffe und Hotelshops. Auf dem Höhepunkt des Einbruchs, im Mai und Juni 2020, sackte der Umsatz organisch (zu konstanten Wechselkursen) 93% ab. Dann setzte eine leichte Erholung ein, aber die Läden warten weiterhin auf Kundschaft: Im Februar sank der Umsatz 78% – deutlicher als im Gesamtjahr. Ende Februar waren bloss 55% aller Dufry-Shops offen.

Zwei Hoffnungsträger

In welchem Zustand Dufry aus dieser Krise kommt, hängt vor allem davon ab, wie nachhaltig die Kosteneinsparungen von 1,3 Mrd. Fr. sind. Die Anzahl Vollzeitstellen sank von zuvor 31 336 auf neu 17 795, was langfristig eine Entlastung bringt. Um die angepeilte Kostenkürzung von 400 Mio. Fr. auch in den kommenden Jahren zu halten, braucht es aber auch niedrigere Mieten. Analyst Gian Marco Werro von der Zürcher Kantonalbank ist hier pessimistischer: «Mittelfristig sind die Vermieter bei Verhandlungen am längeren Hebel.» Eine unlängst durchgeführte Reorganisation trägt ebenfalls zur verbesserten Effizienz bei. Nur so werden frühere Margenniveaus wieder realistisch.

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