Unternehmen / Konsum

Dufrys Interesse an Autogrill wirft Fragen auf

Analyse | Der Reisedetailhändler bestätigt, mit dem Gastrounternehmen zu verhandeln. Die Meinungen darüber sind geteilt.

Nun also doch. Der Reisedetailhändler Dufry steckt mit dem italienischen Raststättenbetreiber Autogrill in Übernahmeverhandlungen. Die Basler hatten die Gespräche «über eine mögliche Transaktion mit Autogrill» am Dienstagnachmittag bestätigt, nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg ihrerseits eine Bestätigung von Autogrill publiziert hatte. Die Gespräche sind dem Autogrill-Statement zufolge «nicht exklusiv». Dufry schob nach, es gäbe keine Gewissheit, dass die Gespräche in einer Transaktion enden würden.

Die Börse reagierte verunsichert. Die Valoren von Autogrill, die in einunddreissig Ländern nebst Gaststätten an Autobahnen Duty-Free-Shops für Reisende betreibt, legten nach dem Bloomberg-Artikel zu, bauten dann aber wieder Gewinne ab. Diejenigen von Dufry setzten mit der Bestätigung aus Basel zum leichten Sinkflug an. Die Marktreaktion zeugt von Unsicherheit, ob ein Zusammengehen der beiden Branchenschwergewichte sinnvoll ist.

«Macht sehr wenig Sinn»

Eine Frage, die auch die Analystengemeinde spaltet. «Dass Dufry sich breiter aufstellt, macht Sinn», sagt Volker Bosse von der Baader Bank. «Anorganisches Wachstum liegt in ihrer DNA, um möglichst stark von Skaleneffekten zu profitieren.» Ob der Zeitpunkt optimal sei, stehe auf einem anderen Blatt. Worauf Bosse anspricht, ist die Schwierigkeit der Preisfindung. 2019 hat Autogrill 5 Mrd. € Umsatz geschrieben, 2021 waren es noch 2,6 Mrd. €. Die Instabilität im Geschäftsgang erschwert die wichtige Frage, wie hoch ein fairer Preis wäre.

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