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Dem US-Bundesstaat Wisconsin ergeht’s ähnlich wie dem ­Kanton Thurgau: Er wird unterschätzt. Hier wie dort gibt es mehr als bloss Kühe und Obst, nämlich viel traditionsreiche Indus­trie. Eine Legende ist Harley-Davidson, neben Indian der einzige amerikanische Motorradhersteller, der die Grosse ­Depression der Dreissigerjahre überlebt hat. Die schweren Chopper sind ein Sinnbild für die endlosen Highways Amerikas. Wie im Kultfilm «Easy Rider» von 1969, mit Peter Fonda und Dennis Hopper auf wilder Tour. Erstaunlich, dass die Aktie kaum Duft von Freiheit und Abenteuer vermittelt: Der Kraftprotz am Amboss ginge als sowjetischer Held der Arbeit durch. Eine Harley-Davidson ist ein Spielzeug für reifere Männer; viele Kriegsveteranen fahren die inniglich «Milwaukee Vibrator» genannten ­Maschinen. 1901 begann der damals zwanzig Jahre junge ­William S. Harley, ein Motorrad zu basteln. Sein Freund Arthur Davidson und dessen beide Brüder stiegen ein; der Rest ist holprige, kurvige Unternehmensgeschichte. Harley-Davidson fertigt heute zwar auch in Brasilien und Indien, doch weiterhin vor allem in den USA. Das wird – muss – so bleiben. Unlängst fuhr das Top-Management des Konzerns vor dem Weissen Haus vor, auf knatternden Bikes und in Ledermontur. Präsident Trump und Vize Pence empfingen die Gang mit Vergnügen. Ein Motto von Harley-Davidson heisst schliesslich: «United we roll».

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