Unternehmen / Finanz

Economiesuisse-Präsident: «Wir werden auch in Zukunft Stahl produzieren»

Christoph Mäder spricht am FuW-Forum über die nachhaltige Entwicklung der Schweizer Finanzwelt.

Wirtschaft und Finanzwelt demonstrieren am Finanz und Wirtschaft Forum «Vision Bank – Vision Finanzplatz Schweiz» den Schulterschluss. Das Coronakreditprogramm war «ein Signal der Solidarität an die Schweizer Unternehmenswelt», sagte Herbert Scheidt, Präsident der Bankiervereinigung und der Privatbank Vontobel (VONN 84.45 +0.06%), im Gespräch mit Christoph Mäder, Präsident von Economiesuisse, und Jan Schwalbe, Chefredaktor von «Finanz und Wirtschaft».

«Das Kreditprogramm hat ganz ausgezeichnet funktioniert», sagte Mäder. Vor allem die Schweizer KMU hätten dadurch den Wert der heimischen Finanzinfrastruktur wiederentdeckt. Das helfe, den Dialog zwischen Finanz- und Werkplatz weiterzuführen. «Die Tugenden der Finanzbranche, die sich in der Krise gezeigt haben, müssen weitergeführt werden», mahnte Mäder.

Nicht ausruhen

Dafür plädierte auch Scheidt. Denn das Verhalten in der Coronakrise habe den Banken Reputation zurückgegeben, die sie in der Finanzkrise eingebüsst hatten. Darauf dürfe man sich aber nicht ausruhen. Innovationen und neue Bedürfnisse der Kunden müssen aufgegriffen und beantwortet werden. «Es bestehen gewisse archaische Strukturen im Bankgefüge», sagt Scheidt. Die müssen aufgebrochen werden.

Auch beim Thema Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität müssen die Banken eine wichtige Rolle spielen. Sie müssen die Realwirtschaft bei der Entwicklung zu einem neuen, klimaschonenden Wirtschaften unterstützen. «Jedes Jahr müssen 13 Mrd. Fr. investiert werden, um bis 2050 die Schweiz CO2-neutral zu machen», sagt Scheidt. 90% dieser Finanzierung kann über die Banken geschehen.

Nicht diskreditieren

Mäder fordert, dass dieser Übergang aber schonend für die Schweizer Unternehmen und deren Wettbewerbsfähigkeit passiert. «Wir werden auch in Zukunft Stahl produzieren.» Wenn der Finanzplatz nur noch in nachhaltige Werte investiert, würden ganze Industriezweige diskreditiert. «Wir können uns das nicht leisten, wir brauchen einen balancierten Ansatz», sagte Mäder.

Scheidt versuchte hier, Befürchtungen zu nehmen: «Wir können nicht die Klimapolizei sein», widersprach Scheidt damit gewissen Begehrlichkeiten aus der Politik und aktivistischer Organisationen.

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