Unternehmen / Energie

Weiterwursteln bei Edisun

Analyse | Statt auf eine Kapitalerhöhung setzt der Solarstromspezialist auf den verstärkten Verkauf von Projektrechten. Die Aktien sind ein No-Go.

Alles wieder anders bei Edisun. Der Solarstromspezialist führt die angekündigte Kapitalerhöhung vorerst nicht durch. Der Entscheid hänge mit der jüngst angepassten Strategie zusammen, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Diese fokussiert stärker auf den Verkauf von Photovoltaikanlagen statt deren Betrieb. Die Aktionäre hatten im April die Kapitalerhöhung abgesegnet. Sie sah ein Volumen von bis zu 150 Mio. Fr. vor.

Mit der Absage vollzieht Edisun eine Kehrtwende. Oder, besser gesagt, Smartenergy tut dies. Denn der Hauptaktionär von Edisun stellt zugleich die Geschäftsführung und den Verwaltungsrat von Edisun und entscheidet damit über Edisuns Zukunft. Im Mai hiess es noch in einer Mitteilung, die an der Generalversammlung von Edisun genehmigte Kapitalerhöhung werde bis Ende Juli 2022 durchgeführt. Das Aktienkapital hätte sich damit mehr als verdoppelt.

Stossende Verflechtung

Zweck der zusätzlichen Mittel wäre der Ausbau der Projektpipeline gewesen. Smartenergy hat Edisun in den vergangenen Monaten einige Photovoltaikprojekte verkauft. Wobei «Projekt» nach mehr klingt als es ist, da es sich in den meisten Fällen lediglich um Pachtverträge für Grundstücke in Südeuropa und um Netzanschlüsse handelt. Für den Ausbau zur fertigen Photovoltaikanlage, die Edisun betreiben und damit gemäss dem bisherigen Geschäftsmodell Geld verdienen könnte, fehlen Edisun die Mittel. Insofern waren die Gründe für die Kapitalerhöhung nachvollziehbar, die enge Verflechtung mit Smartenergy allerdings sehr stossend.

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