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EFG International auf dem Weg nach oben

Analyse | Die Restrukturierung trägt Früchte. Im Private Banking wird ein starkes zweistelliges Gewinnwachstum verzeichnet.

Die Zahlen für das Halbjahr unterstreichen, dass die Schweizer Privatbankengruppe EFG (EFGN 6.88 +1.33%) International die Wende geschafft hat und die Restrukturierung Früchte trägt.

Der Gewinnsprung von 71% auf 83,8 Mio. Fr. ist zwar vorab auf den Verkauf des verbleibenden Anteils an EFG Financial Products (heute: Leonteq (LEON 59.80 +2.22%)) zurückzuführen. Weitere Kennzahlen unterstreichen, dass die seit einem Jahr verzeichnete Kursverdoppelung gerechtfertigt ist.

Eine Position belastet

Die ertragsgenerierenden verwalteten Vermögen reduzierten sich seit Ende 2012 von  78,7 Mrd. Fr. auf 76 Mrd. Fr. Unter Ausschluss von nicht weitergeführten Geschäften und Reklassierungen erhöhten sie sich jedoch 4%.

Die Nettoneugelder aus dem weitergeführten Geschäft stiegen von 1,2 Mrd. Fr. vor einem Jahr auf 1,9 Mrd. Fr., was einem annualisierten Wachstum von 5% entspricht. Ohne den Abfluss einer niedrig rentierenden, grossen und einzelnen Aktienposition hätte das Wachstum gar 7% betragen.

Der Bruttoertrag (exkl. EFG Financial Products) reduzierte sich im Jahresvergleich von 346,9 Mio. Fr. auf 330,3 Mio. Fr. Dies wird auf tiefere Erträge aus dem Bilanzstrukturmanagement und weniger Strukturierungen von Transaktionen für grosse Kunden zurückgeführt.

Diese beiden Elemente führten gemäss EFG International zu einer um rund 9 Basispunkte tieferen Bruttomarge. Ohne Berücksichtigung dieser Faktoren erhöhten sich die Erträge aus dem weitergeführten klassischen Private-Banking-Geschäft im Vorjahresvergleich um rund 10%.

Private Banking legt zu

Der den Stammaktionären zurechenbare zugrunde liegende Reingewinn fiel von 63,9 Mio. Fr. auf 60,3 Mio. Fr. Im klassischen Private Banking resultierte auch auf dieser Stufe ein sehr starkes zweistelliges Gewinnwachstum.

Die Anzahl Kundenberater (exkl. EFG Financial Products) erhöhte sich von 414 per Ende 2012 auf 416. Die BIZ-Kapitalquote nach Basel III betrug 18% per Ende Juni 2013, gegenüber 15,9% per Ende 2012.

Zielen verpflichtet

EFG International konzentriert sich gemäss eigenen Angaben nun darauf, das Geschäft zu optimieren und zu wachsen, und bleibt den mittelfristigen Zielen verpflichtet: Für das Nettoneugeld wird ein jährliches Wachstum von 5 bis 10% angestrebt. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis soll bis 2014 auf unter 75% gesenkt werden. Das Kapital soll weiter gestärkt werden. Die Bruttomarge soll nicht unter 84% fallen.

Für den Gewinn wird ein starkes zweistelliges Wachstum angestrebt, die Rendite auf dem Eigenkapital soll ebenfalls zweistellig sein. Bis 2015 soll «je nach Marktbedingungen» ein Gewinn von 200 Mio. Fr. erwirtschaftet werden.