Unternehmen / Finanz

Was kann Raoul Weil aussagen?

Der ehemalige UBS-Manager soll ausgeliefert werden.

Raoul Weil, der ehemalige Chef der UBS-Vermögensverwaltung, wurde in Italien aufgrund eines fünf Jahre ­alten Haftbefehls der USA verhaftet. Er wird wohl ausgeliefert werden. Für die UBS scheint das unmittelbar keine Bedrohung darzustellen, ihre Vereinbarungen mit der US-Justiz scheinen wasserfest. Was aber, wenn der ehemalige Spitzenmanager zu Europa aussagt?

Banken können sich allenfalls von Vorwürfen der Beihilfe zur Verletzung von US-Steuervergehen freikaufen, nicht so die Mitarbeiter. Nicht alle sind schockiert: «Entscheidungsträger sollen zur Verantwortung gezogen werden», erklärte Denise Chervet, Zentralsekretärin des Schweizerischen Bankpersonal­verbands. Weil leitete das Vermögensverwaltungsgeschäft der UBS und wurde im November 2008 angeklagt, 20 000 Amerikanern – so viele US-Kunden hatte die UBS – bei der Umgehung ihrer Steuerpflichten geholfen zu haben. In den Jahren 2009/2010 regelte die UBS die Vorwürfe gegen sie mit dem Ein­geständnis ihres Fehlverhaltens, einer Geldzahlung, der Preisgabe von Kunden­daten und der Aufgabe des grenzüberschreitenden Geschäfts mit US-Kunden. Weil selbst wurde noch 2008 von seinem Posten suspendiert und trat wenig ­später ab. Er beteuerte seine Unschuld, stellte sich aber nie der US-Justiz, ­weshalb er als «flüchtig» galt. In diesem Zusammenhang fragt man sich heute, weshalb Weil die Sache nicht schon ­früher bereinigt hat. Ein prominenter Zürcher Anwalt der Kanzlei Niederer Kraft & Frey hat sich nach der Anklage schuldig bekannt.

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