Unternehmen / Schweiz

Eigenkapitalquote 35% – Übernahmegerüchte

Patrick Arni

Nach einem turbulenten Sanierungsjahr hat sich Von Roll 2003 auf tiefem Niveau stabilisiert. Die Bilanz weist nun wieder eine Eigenkapitalquote von 35% (2%) auf; der Verlust – inklusive Sondereffekte – verringerte sich auf 52 (138) Mio. Fr.
Die Unsicherheiten um die Restrukturierung hatten erheblichen Einfluss auf den Geschäftsgang. Die Bilanzsanierung wurde am 6. August erfolgreich abgeschlossen. Mit dem Verkauf von Infratec (Giessereien) Anfang Mai und Innova (Abfallbehandlung) Ende Oktober wurden zwei Unternehmensteile devestiert, die 2002 noch rund zwei Drittel des Umsatzes ausmachten. Ende 2003 verzeichnete die Gruppe mit 695 Mio. Fr. noch einen rund halb so hohen Umsatz wie im Vorjahr (1253 Mio. Fr.).
Auf Grund der Veränderungen im Konsolidierungskreis sind die Abschlusszahlen schlecht vergleichbar. Weitere Sonderfaktoren überlagern die «markanten Veränderungen in den rein operativen Ergebnissen»: Rückstellungen und Wertberichtigungen aus Effizienzsteigerungsprogrammen, Bilanzgewinne aus der Refinanzierung sowie Effekte aus Devestitionsverkäufen. Die übrig gebliebene Von Roll Isola (Elektroisolationen) verzeichnete einen Rückgang des Aufragseingangs auf 388 Mio. Fr. (–17%) und des Umsatzes auf 390 Mio. Fr. (–16%). Der Betriebsverlust (vor Sonderposten) beläuft sich auf 7(8) Mio. Fr.
2004 ist nach Einschätzung Von Rolls keine rasche Erholung der Nachfrage zu erwarten. In Europa sei der Tiefpunkt erreicht, Wachstum verzeichnet momentan nur Asien. Von Roll hält am Ziel fest, 2004 schwarze Zahlen zu schreiben. Dieses Jahr sollen die Restrukturierungen voll ergebniswirksam werden.
Von Roll legten am Freitag unter erhöhten Volumen 7,5% zu. Im Laufe des Tages machten im Markt Gerüchte die Runde, Von Roll werde übernommen, was die Gesellschaft als «Spekulation» zurückwies. Von Engagements auf Grund solcher Flüsterparolen ist abzuraten. PA

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen.