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Ein Geschenk für China

Präsident Trump begeht mit seinem Entscheid, aus der transpazifischen Freihandelspartnerschaft TPP auszusteigen, einen schweren Fehler, kommentiert FuW-Chefredaktor Mark Dittli.

«Diverse Regierungen in Asien müssen sich nun überlegen, wie verlässlich Washington noch ist.»

Donald Trump löst sein Wahlversprechen ein: Die USA ziehen sich aus der transpazifischen Freihandelspartnerschaft TPP zurück. Damit mag der neue Präsident innenpolitisch punkten und sich brüsten, Jobs nach Amerika zurückgeholt zu haben.

Aus geostrategischer Sicht begeht er allerdings einen grossen Fehler. Mit dem Rückzug stösst Trump zunächst den wichtigsten Alliierten der USA in Asien, Japan, vor den Kopf. Japans Premier Shinzo Abe hatte noch im Dezember eindringlich an den Wahlsieger Trump appelliert, TPP am Leben zu erhalten. Vergebens.

Folgenschwer könnte die Enttäuschung in Kuala Lumpur und Hanoi sein. Malaysia und – besonders – Vietnam sind die zwei gewichtigsten Volkswirtschaften des Asean-Bundes, die sich zu TPP bekannt hatten; beide hätten von der Partnerschaft profitiert. Sie, ebenso wie das stets agile Singapur, müssen sich überlegen, wie verlässlich Washington noch ist.

Dankbarer Profiteur ist China. Die Volksrepublik hat mit der Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) bereits einen Gegenentwurf zu TPP lanciert, der neben allen Asean-Staaten auch Indien, Japan, Korea oder Australien umfasst.

Chinas Präsident Xi Jinping hat auch bereits die TPP-Signatarstaaten Peru und Chile eingeladen, der RCEP beizutreten. Das Signal von Xi ist klar: Während in Washington für mindestens vier Jahre eine unberechenbare Crew das Sagen hat, ist Peking ein langfristig verlässlicher Partner.

Die Regierungen der meisten asiatischen Staaten handeln pragmatisch, nicht ideologisch. Barack Obama wusste das und wandte sich sofort nach seiner Amtsübernahme Anfang 2009 dem pazifischen Raum zu.

Trump kehrt der Region nun den Rücken – zum langfristigen Schaden der USA.

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