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Ein Goldvreneli als Antwort auf den Bitcoin-Hype

Goldmünzen sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Sie sind nicht so teuer wie Bitcoin, aber haben dennoch ähnliche Qualitäten.

Weihnachten steht vor der Tür, und die Suche nach der passenden Bescherung hat begonnen. Auch wenn derzeit alle über die Kryptowährung Bitcoin reden – als Weihnachtsgeschenk eignet sich eine klassische Goldmünze besser als ein Zettel mit der Bitcoin-Adresse und dem Schlüssel-Code drauf. Goldmünzen sind nicht nur schön anzuschauen, sie werden vom Beschenkten auch länger aufgehoben als Bargeld oder Gutscheine. Das macht sie zum beliebten Geschenk.

«Wir verzeichnen während des Weihnachtsgeschäfts zwanzig- bis dreissigmal mehr Käufer als unter dem Jahr», bestätigt René Buchwalder, Geschäftsführer des Edelmetallhändlers Pro Aurum, der zusammen mit «Finanz und Wirtschaft» einen Edelmetall-Webshop betreibt. Anders als Investoren, die grosse Mengen erwerben, kauften die Weihnachtskunden aber meist nur eine kleine Stückzahl. «Weihnachten bedeutet für uns mehr Arbeit, aber nicht viel mehr Umsatz», meint Buchwalder.

Besonders beliebt seien die Münzen aus der Lunar-Serie der Prägeanstalt Perth mit den Tiermotiven des chinesischen Mondkalenders. Es gibt sie in verschiedenen Grössen und für jedes Budget. Wegen der teilweise geringen Auflage seien sie auch für Sammler interessant.

Das Goldvreneli hingegen sei eher eine Anlegermünze, so wie der Krügerrand, erklärt Buchwalder. «Das Vreneli ist ein ewiger Schlager, aber nicht das typische Weihnachtsgeschenk.»

Die bekannte Schweizer Münze wurde bis 1949 geprägt. Den Namen hat das Vreneli vom darauf geprägten Frauenbild, das die Landesmutter Helvetia darstellen soll. Das Profil der Frau erinnerte die Betrachter jedoch eher an ein Mädchen oder «Vreneli» als an eine strenge Landesmutter. Vreni bzw. Verena war damals ein sehr häufiger weiblicher Vorname.

Nur wenige Goldvreneli-Jahrgänge haben Sammlerwert. «Wer ein 20er-Goldvreneli aus den Jahren 1904, 1905, 1906 oder 1926 besitzt, könnte etwas höhere Preise erzielen», weiss Buchwalder. Bei den 10er-Vreneli ist der Jahrgang 1911 am rarsten.

Ansonsten bewegt sich der Wert mit dem Goldpreis. Aktuell liegt der Verkaufspreis bei 230 Fr. und der Kaufpreis bei 250 Fr.

Das Goldvreneli ist eine stabile Wertanlage. In den letzten zwanzig Jahren hat sich der Preis mehr als verdoppelt. In den letzten Jahren hat es etwas an Glanz verloren, und eine andere Münze hat ihm die Show gestohlen: Bitcoin. Anfang 2015 kostete ein Bitcoin so viel wie ein Vreneli, heute sechzigmal mehr. Angesichts dieser krassen Bewertungsschere ist Gold (Gold 1226.72 0.08%) eine vernünftige Antwort auf den Bitcoin-Hype. Denn im Prinzip sind ihre Qualitäten sehr ähnlich: Ihre Menge ist beschränkt. Und damit heben sie sich beide vom Papiergeldsystem ab.

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