Märkte / Makro

Ein Hauch von Stagflation

Weniger Wachstum und mehr Inflation wecken Erinnerungen an die Siebzigerjahre. Was eine milde Form von Stagflation für die Märkte bedeuten würde.

Mehr Inflation und nachlassendes Wirtschaftswachstum. Seit Wochen treibt das Thema Stagflation die Finanzmärkte um. In den Medien ist die wöchentliche Zahl neuer Artikel dazu gemäss dem Nachrichtenportal Bloomberg förmlich explodiert (vgl. Grafik 1).

Das Kofferwort aus Stagnation und Inflation stammt aus den Sechzigern und beschreibt eine Wirtschaft ohne Wachstum, mit steigender Arbeitslosigkeit und mit stark anziehenden Konsumentenpreisen. Stagflation ist eine ökonomische Anomalie und sehr selten. Denn eine schwache Nachfrage und eine niedrige Kapazitätsauslastung drücken das Preisniveau nach unten, nicht nach oben.

Die letzte wirklich ausgeprägte Stagflationsphase herrschte während der Ölkrisen der Siebziger- und zu Beginn der Achtzigerjahre. Damals erlebten die USA und die meisten Industriestaaten mehrere Rezessionen, während die Inflationsrate selbst in der Schweiz über 10% stieg.

Wesentliche Unterschiede zu den Siebzigern

Doch die Situation heute ist nicht mit jener der Siebziger gleichzusetzen. Damals verteuerte sich das Fass Rohöl von 3 auf 12 $, was bei heutigen Preisen etwa 135 $ entspricht. Auslöser war nicht ein Nachholeffekt bei der Nachfrage wie aktuell, sondern ein klassischer Angebotsschock – das Ölembargo arabischer Staaten.

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