Unternehmen / Schweiz

Ein Kenner par excellence

«80 Jahre Max Boemle!» Wäre dies nicht der Titel einer Festschrift für den Jubilar, man könnte es kaum glauben. Max Boemle, emeritierter Professor für Rechnungswesen und Finanzmanagement, ständiger Mitarbeiter der «Finanz und Wirtschaft» und immer bereit, suchende Redaktoren dank seinem riesigen Fundus an Wissen aufzudatieren, feiert am Mittwoch, 29.Oktober, seinen 80. Geburtstag.
Erst vor kurzem, als das Thema Einlagensicherung erneut an Aktualität gewann, griff MB wie seit jeher zum Stenoblock. Sein Stenogramm, versichert seine langjährige Mitarbeiterin, sei ihr mittlerweile gut vertraut. Für die Leser der FuW erläuterte er die Entwicklung der Einlagensicherung in der Schweiz – von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis heute (vgl. Nr.82 vom 15.Oktober): umfangreich, detailliert und dennoch für Laien gut verständlich. Der FuW ist im Übrigen nicht nur Max Boemle seit Jahrzehnten verbunden, sondern auch seine Frau, die als Nelly Hasler ungezählte Artikel verfasste und Fondsbeilagen betreute.

Weitreichendes Schaffen

In der akademischen Welt hat sich Max Boemle ebenso Ansehen und Respekt erworben wie in der Bankenwelt. Zahlreichen Studenten war er Doktorvater, Unternehmen und Behörden griffen und greifen immer wieder für Gutachten auf ihn zurück, und wer sich mit Unternehmensfinanzierung beschäftigt, kommt kaum um sein gleichnamiges Lehrbuch herum, das 2002 in 13.Auflage erschienen ist.
Zwölf Jahre (1983 bis 1995) war Boemle Mitglied der Fachkommission Fer Swiss Gaap. Sein umfangreiches wissenschaftliches Werk findet sich in Sammelwerken wie etwa dem «Geld-, Bank- und Finanzmarkt-Lexikon der Schweiz», das er zusammen mit vier weiteren Autoren (1.Auflage 2002) herausgegeben hat, in Fest- und Jubiläumsschriften – erwähnt seien aus der langen Liste bloss zwei seiner Arbeiten: sein Beitrag zur Bedeutung der Rechnungslegung der Banken im Jubiläumsband «50 Jahre Eidgenössische Bankenaufsicht», erschienen 1985, und sein Artikel «Berichterstattung über die Konzernrechnungsprüfung» in der 1992 erschienenen Festschrift für Carl Helbling.
Beiträge publiziert er auch regelmässig in den jeweiligen Jahrbüchern «Finanz- und Rechnungswesen», den jüngsten (2008) zum Thema «Die stillen Reserven – ein Dauerthema im schweizerischen Rechnungslegungsrecht». Das Publikationenverzeichnis in der Festschrift für Max Boemle selbst umfasst acht Seiten!

Meilensteine gesetzt

Der Jubilar, der nicht nur mit seinem Wissen, sondern ebenso mit seiner Bescheidenheit und seinem Humor brilliert, ist in seinem Bürgerort Frauenfeld aufgewachsen. Die Maturität legte er an der kantonalen Handelsschule in Freiburg ab und studierte anschliessend an der Hochschule St.Gallen. Auf den Erwerb des Handelslehrerdiploms (1952) folgte drei Jahre später die Dissertation zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften.
Als Leiter der Höheren Fachschule für Wirtschaft und später der Höheren Wirtschafts- und Verwaltungsschule (HWV, heute HSW) wirkte er mehrere Jahre in Bern, bevor ihn sein beruflicher Weg an die Universität Freiburg führte, wo er zunächst Lehrbeauftragter (ab 1979), dann Titularprofessor (ab 1985) und schliesslich Ordinarius (ab 1989) wurde. Er lehrte auch an den Universitäten von Lausanne und Bern und erhielt 1996 von der HSG den Dr.-Kausch-Preis für seine Verdienste in der Weiterentwicklung des Rechnungswesens. Die Redaktion der «Finanz und Wirtschaft» gratuliert ihrem Freund und ständigen Mitarbeiter Max Boemle ganz herzlich zu seinem 80. Geburtstag. AL Bitte , um diesen Artikel vollständig zu lesen.