Zum Thema: Die schwierige Suche nach Dividendenaktien 06:59 - 19.04.2017

Ein Nullsummenspiel?

Wie die Dividendenzahlung den Aktienkurs prägt.
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Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
Aktiengesellschaft
Juristische Person, deren zahlenmässig fixiertes Grundkapital (Aktienkapital ) in Teilsummen (Aktien ) zerlegt ist.
Aktionär
Teilhaber einer AG bzw. Inhaber einer Aktie oder einer Mehrzahl von Aktien.
Bilanz
Periodische Gegenüberstellung sämtlicher Aktiven und Passiven an einem Stichtag. Die Aktivseite gibt Aufschluss über die Verwendung der Mittel, während die Passivseite über die Beschaffung der Mittel (Finanzierung) orientiert. Teil des Geschäftsberichts .
Börse
Regelmässig stattfindender, nach feststehenden Usanzen organisierter Markt. Je nach den gehandelten Gütern spricht man z. B. von Wertpapier-, Effekten-, Devisen-, Warenbörsen oder Börsen für derivative Instrumente (Terminbörsen ).
Cashdrain
Negativer Cashflow oder betrieblicher Mittelabfluss.
Dividende
Der von einer Aktiengesellschaft je Aktie ausgezahlte Gewinnanteil. Die Dividende wird durch die Generalversammlung auf Antrag des Verwaltungsrats festgesetzt. Als Dividende werden auch die Auszahlungen an die Inhaber von Genuss- und Partizipationsscheinen bezeichnet.
Generalversammlung
Oberstes Organ einer AG. Neben der ordentlichen jährlichen Versammlung der Aktionäre können auch ausserordentliche GV einberufen werden.
Genussschein
Gewinnbeteiligungspapier, das keine Mitgliedschaftsrechte, sondern nur Vermögensrechte (z. B. Dividende , Anspruch auf den Bezug neuer Titel, Liquidationserlös) verleiht. Das wichtigste Beispiel sind Roche GS.
Kurs
Börsen- oder Marktpreis von Wertpapieren , Devisen , Münzen oder Waren. Der Kurs schwankt je nach Angebot und Nachfrage.
Nominalwert
1. Der auf Obligationen angegebene Forderungsbetrag. Der Kurswert ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, weshalb der Marktwert auf (pari ), über oder unter dem Nominalwert liegen kann. 2. Betrag des Basiswerts, auf den sich ein Futures definitionsgemäss bezieht. Ausstehende Nominalbeträge liefern wichtige Informationen über die Struktur des Derivatmarktes. Der Kapitaleinsatz für den Futures ist bedeutend geringer, als er für den Kauf des Basiswerts wäre (Hebelwirkung ). 3. Nennwert .
SMI
Wird nach dem Streubesitz der zwanzig bedeutendsten kotierten Schweizer Unternehmen berechnet. Der SMI ist nicht dividendenkorrigiert, ist also ein Preisindex .
Verrechnungssteuer
Eidgenössische Steuer von 35% auf Kapitalerträgen und Lotteriegewinnen. Sie wird an der Quelle (beispielsweise vom Unternehmen, das eine Dividende oder einen Coupon auszahlt) erhoben. Werden die Erträge deklariert, wird die Steuer zurückerstattet.
Verwaltungsrat
Überwacht und lenkt (über die Strategiefestlegung) für die Gesamtheit der Aktionäre die Geschäftsleitung eines Unternehmens. Die VR-Mitglieder einer AG schweizerischen Rechts müssen in der Regel mehrheitlich das Schweizer Bürgerrecht besitzen und in der Schweiz wohnhaft sein. Der VR besteht aus exekutiven (unternehmensinternen) und nicht exekutiven (externen) Mitgliedern. Immer mehr setzt sich im Rahmen einer guten Corporate Governance die Praxis durch, dass ein bedeutender Teil der VR in keiner geschäftlichen Beziehung zum Unternehmen stehen darf. Der VR wird von der GV gewählt.

Die Dividendenzahlung ist für Aktionäre ein Nullsummenspiel – zumindest in der kurzzeitigen Betrachtung. Jährlich bestimmen die Unternehmensbesitzer an der Generalversammlung über die Höhe der Ausschüttung. Kommt es wenige Tage später zur Auszahlung, fällt der Aktienkurs in der Regel um den entsprechenden Betrag. Eine rasche Aufholbewegung kommt nur manchmal zustande.

Wie unterschiedlich der Effekt ausfällt, lässt sich am Kursverlauf ausgewählter Papiere über den Zeitraum von je einer Woche vor und nach dem Dividendenabgang beobachten.

Kurskorrektur begründbar

Die Werte des Aroma- und Duftstoffspezialisten Givaudan (GIVN 1941 0.83%) haben über die sieben Tage vor und nach Zahlung der 56 Fr. Dividende gut 2 Prozentpunkte schlechter als der SMI (SMI 8844.78 0.16%) performt. Die Anleger haben nicht unverzüglich zu Anschlusskäufen angesetzt. Gleiches gilt für die Genussscheine des Pharmakonzerns Roche (ROG 260.3 0.97%): Sie machten den Dividendenabgang von 8.20 Fr. in den Folgetagen nicht wett.

Die Valoren des Versicherers Zurich Insurance (ZURN 273 -0.15%) haben wegen der Dividendenzahlung 6 Prozentpunkte gegenüber dem SMI eingebüsst. Das entspricht in etwa dem, was die 17 Fr. Dividende den Anlegern als Rendite einbrachten.

Andere dividendenstarke Aktien hielten sich besser. Die Papiere des Nahrungsmittelmultis Nestlé (NESN 77.45 -0.13%) sind über den zweiwöchigen Zeitraum rund um das Ausschüttungsdatum nahe am Marktindex SMI geblieben, obschon für jede Aktie ein Gewinnanteil von 2.30 Fr. bezahlt worden ist.

Die Kurskorrektur nach Abgang des Dividendenrechts ist ökonomisch begründbar. Die Zahlung schmälert die Gewinnreserven oder die Kapitaleinlagereserve des Unternehmens, weil effektiv Geld abfliesst (Cashdrain). Für den Aktionär bleibt die Gesamtbilanz dennoch stimmig: Seine Aktie fällt zwar im Kurs zurück, aber gleichzeitig steigt sein Kontoguthaben um den Dividendenbetrag.

In längerfristiger Betrachtung relativiert sich die Bedeutung der Dividendenhöhe. Auch der Gesamtertrag von Aktien ausschüttungsstarker Unternehmen ist wesentlich geprägt vom Branchenmomentum und vom unternehmensspezifischen Wachstums- und Ertragsfortschritt. Deshalb ist für Givaudan, Nestlé, Roche und Zurich Insurance ergänzend zum besprochenen Kurzfristkursbild in den folgenden Grafiken jeweils in indexierter Form die Gesamtperformance ab 2014 im Vergleich mit dem jeweiligen Stoxx-Branchenindex dargestellt.

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Alle Anleger sollten zum Thema Dividende einige Punkte besonders beachten. Die Jahresauszahlung entspricht gesetzlich dem Recht des Aktionärs auf einen Anteil am Unternehmensgewinn. Über den Umfang entscheiden die Aktionäre gemeinsam. Ihre gewählten Vertreter im Verwaltungsrat legen dazu der Generalversammlung einen Antrag vor.

Ausgeschüttet werden kann nur aus der Bilanz der kotierten Aktiengesellschaft, also entweder dem Stammhaus oder der Konzernholding. Voraussetzung ist deshalb, dass aus den Konzerneinheiten und den Tochterunternehmen Dividenden an die kotierte Obergesellschaft geleistet worden sind.

Wichtige Daten beachten

Die Dividendenzahlung erhalten Aktionäre, die am Feststellungstag (Record Date) die Aktien hielten. Am üblicherweise darauf folgenden Börsentag werden die Papiere ohne Dividendenrecht (ex Dividende) gehandelt. Käufer erwerben die Valoren  nun ohne aktuellen Gewinnanspruch, weshalb der Kurs zunächst wie beschrieben niedriger notiert. Der Zahlungstag (Payment Date) folgt in der Regel zwei Handelstage später. Die Gutschrift auf dem Konto erhalten alle Aktionäre, die am Feststellungstag die entsprechenden Papiere hielten.

Die Dividende schweizerischer Unternehmen wird mit 35% Verrechnungssteuer belegt. Deshalb kommen vorerst netto lediglich 65% der Ausschüttungssumme beim Aktionär an. Erst mit der Deklaration der Dividendeneinkünfte in der Steuererklärung wird die Verrechnungssteuer zurückgefordert.

Befreit von Verrechnungs- und Einkommenssteuer sind Ausschüttungen, die Unternehmen aus ihrer Kapitaleinlagereserve entnehmen. Eine solche Reserve besteht dann, wenn das Unternehmen zu einem früheren Zeitpunkt Aktien zu einem Preis über dem Nominalwert der Papiere emittiert hat.

Die schwierige Suche nach DividendenaktienEine Dividendenstrategie kann nicht nur auf die Rendite abstützen. Der SPI-Dividendenindex versucht, dem Rechnung zu tragen – und liefert Anlageideen. Kehren Sie hier zum Hauptartikel zurück.

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