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Wie die Dividendenzahlung den Aktienkurs prägt.

Die Dividendenzahlung ist für Aktionäre ein Nullsummenspiel – zumindest in der kurzzeitigen Betrachtung. Jährlich bestimmen die Unternehmensbesitzer an der Generalversammlung über die Höhe der Ausschüttung. Kommt es wenige Tage später zur Auszahlung, fällt der Aktienkurs in der Regel um den entsprechenden Betrag. Eine rasche Aufholbewegung kommt nur manchmal zustande.

Wie unterschiedlich der Effekt ausfällt, lässt sich am Kursverlauf ausgewählter Papiere über den Zeitraum von je einer Woche vor und nach dem Dividendenabgang beobachten.

Kurskorrektur begründbar

Die Werte des Aroma- und Duftstoffspezialisten Givaudan (GIVN 1932 -0.77%) haben über die sieben Tage vor und nach Zahlung der 56 Fr. Dividende gut 2 Prozentpunkte schlechter als der SMI (SMI 9076.84 -0.49%) performt. Die Anleger haben nicht unverzüglich zu Anschlusskäufen angesetzt. Gleiches gilt für die Genussscheine des Pharmakonzerns Roche (ROG 252.2 0.2%): Sie machten den Dividendenabgang von 8.20 Fr. in den Folgetagen nicht wett.

Die Valoren des Versicherers Zurich Insurance (ZURN 281.9 -0.88%) haben wegen der Dividendenzahlung 6 Prozentpunkte gegenüber dem SMI eingebüsst. Das entspricht in etwa dem, was die 17 Fr. Dividende den Anlegern als Rendite einbrachten.

Andere dividendenstarke Aktien hielten sich besser. Die Papiere des Nahrungsmittelmultis Nestlé (NESN 84.3 -1.58%) sind über den zweiwöchigen Zeitraum rund um das Ausschüttungsdatum nahe am Marktindex SMI geblieben, obschon für jede Aktie ein Gewinnanteil von 2.30 Fr. bezahlt worden ist.

Die Kurskorrektur nach Abgang des Dividendenrechts ist ökonomisch begründbar. Die Zahlung schmälert die Gewinnreserven oder die Kapitaleinlagereserve des Unternehmens, weil effektiv Geld abfliesst (Cashdrain). Für den Aktionär bleibt die Gesamtbilanz dennoch stimmig: Seine Aktie fällt zwar im Kurs zurück, aber gleichzeitig steigt sein Kontoguthaben um den Dividendenbetrag.

In längerfristiger Betrachtung relativiert sich die Bedeutung der Dividendenhöhe. Auch der Gesamtertrag von Aktien ausschüttungsstarker Unternehmen ist wesentlich geprägt vom Branchenmomentum und vom unternehmensspezifischen Wachstums- und Ertragsfortschritt. Deshalb ist für Givaudan, Nestlé, Roche und Zurich Insurance ergänzend zum besprochenen Kurzfristkursbild in den folgenden Grafiken jeweils in indexierter Form die Gesamtperformance ab 2014 im Vergleich mit dem jeweiligen Stoxx-Branchenindex dargestellt.

Alle Anleger sollten zum Thema Dividende einige Punkte besonders beachten. Die Jahresauszahlung entspricht gesetzlich dem Recht des Aktionärs auf einen Anteil am Unternehmensgewinn. Über den Umfang entscheiden die Aktionäre gemeinsam. Ihre gewählten Vertreter im Verwaltungsrat legen dazu der Generalversammlung einen Antrag vor.

Ausgeschüttet werden kann nur aus der Bilanz der kotierten Aktiengesellschaft, also entweder dem Stammhaus oder der Konzernholding. Voraussetzung ist deshalb, dass aus den Konzerneinheiten und den Tochterunternehmen Dividenden an die kotierte Obergesellschaft geleistet worden sind.

Wichtige Daten beachten

Die Dividendenzahlung erhalten Aktionäre, die am Feststellungstag (Record Date) die Aktien hielten. Am üblicherweise darauf folgenden Börsentag werden die Papiere ohne Dividendenrecht (ex Dividende) gehandelt. Käufer erwerben die Valoren  nun ohne aktuellen Gewinnanspruch, weshalb der Kurs zunächst wie beschrieben niedriger notiert. Der Zahlungstag (Payment Date) folgt in der Regel zwei Handelstage später. Die Gutschrift auf dem Konto erhalten alle Aktionäre, die am Feststellungstag die entsprechenden Papiere hielten.

Die Dividende schweizerischer Unternehmen wird mit 35% Verrechnungssteuer belegt. Deshalb kommen vorerst netto lediglich 65% der Ausschüttungssumme beim Aktionär an. Erst mit der Deklaration der Dividendeneinkünfte in der Steuererklärung wird die Verrechnungssteuer zurückgefordert.

Befreit von Verrechnungs- und Einkommenssteuer sind Ausschüttungen, die Unternehmen aus ihrer Kapitaleinlagereserve entnehmen. Eine solche Reserve besteht dann, wenn das Unternehmen zu einem früheren Zeitpunkt Aktien zu einem Preis über dem Nominalwert der Papiere emittiert hat.