Unternehmen / Industrie

Ein Stahlhersteller von Haefners Gnaden

Je länger, je mehr ist die Swiss Steel Group, vormals Schmolz + Bickenbach, auf Gedeih und Verderben von Hauptaktionär Martin Haefner abhängig.

Ein gefundenes Fressen für alle Dozenten im Wirtschaftsrecht, mehr Spannung als im Seminar «Übernahmerecht in der Praxis: Swiss Steel» geht kaum noch. Tempo aufgenommen hat die Geschichte im Herbst 2019, und sie ist noch lange nicht zu Ende. Hauptaktionär Martin Haefner könnte bald zwei Drittel des Unternehmens besitzen. Einige Anteilseigner sagen, er handle so, als ­gehöre ihm Swiss Steel ganz. Kleinaktionäre fordern von Haefner ein öffentliches Übernahmeangebot. Ihre Erfolgschancen sind schwer einzuschätzen. 

Amag-Besitzer Martin Haefner hält im Sommer 2019 17,5% an dem Schweizer Hersteller von Speziallangstahl. Die Anteile hatte er sukzessive in den Jahren zuvor aufgebaut. Swiss Steel, die zu diesem Zeitpunkt noch Schmolz + Bickenbach heisst, gerät mit ihren Abnehmerbranchen Automobil, Maschinenbau und Bau wegen der Stahlkrise und strategischer Fehlentscheide in finanzielle Schieflage. Haefner will den Karren aus dem Dreck ziehen und erwägt im August 2019 ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zu 0.50 Fr. je Aktie. Im letzten Moment zieht er es zurück, die finanzielle Situation verschlimmert immer mehr. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?