Märkte / Makro

Ein überraschend heftiger Inflationsschub

Steigende Rohstoffpreise, Versorgungsengpässe und Nachholeffekte verteuern den Warenkorb der Verbraucher. Doch die meisten preistreibenden Faktoren wirken nur vorübergehend.

Peter Rohner und Andreas Neinhaus

Viel ist über sie geschrieben worden, jetzt ist sie da: die Inflation. Sogar in der Schweiz, wo die Konsumentenpreise seit Jahren stagnieren oder sinken, ist die Teuerung mit 0,3% wieder leicht positiv. Der Index der Produzenten- und Importpreise liegt sogar 1,8% über dem Niveau von vor einem Jahr.

Doch im Vergleich zu den USA ist der Inflationsschub hierzulande noch harmlos. Jenseits des Atlantiks ist die Jahresteuerung auf 4,2% gestiegen. So hoch war die US-Inflation zuletzt kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008.Ein gewisser Anstieg der Inflation war wegen der Erholung des Ölpreises zu erwarten. Die Komponente Energie im US-Konsumentenpreisindex hat denn auch mit +25% besonders kräftig angezogen. Aber auch sonst sind viele Rohwaren teurer geworden, sei es Kupfer, Stahl oder Mais.

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Leser-Kommentare

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Hermann Dettinger 19.05.2021 - 21:06

Die Inflation wird sich beschleunigen. Die Flucht in Sachwerte, also auch Aktien, wird zunehmen. Schlimm wird es , wenn Grundstücks- oder Aktienkäufe mit Krediditen finanziert werden. Aber nur so, kann man richtig reich werden (und das lehrt die Geschichte).

Torsten Schaper 20.05.2021 - 21:06
Das Problem ist die teilweise krasse Überbewertung der Aktien, die eine längere Zeit mit höherer Inflation plausibel erscheinen lässt, denn irgendwie müssen die Bewertungen ja runterkommen. Mal eben eine kleine Korrektur wie in der Pandemie schlägt halt nicht durch und verstärkt die Überbewertung nur noch. Aber nichts hält ewig und so ist Inflation mit einer längeren allgemeinen Desillusionierungsphase wahrscheinlich. Interessant… Weiterlesen »
Torsten Schaper 20.05.2021 - 21:33
Als Ergänzung: Im Grunde ist aber Inflation sogar noch das positive Szenario, denn die Kurse können auch gemeinsam mit den Zinsen fallen, die in den USA noch Spielraum nach unten haben, und dies wäre historisch wohl die typische Entwicklung, die fallenden Zinsen blasen in diesem Zyklus erst die Märkte auf, bis alles nur noch notdürftig zusammengehalten wird und schließlich nur… Weiterlesen »
oliver schmid 20.05.2021 - 22:57
@Rohner+Neinhaus:Inflationsbuckel und temporäre Inflation ist in den letzten Monaten von FED und EZB (Absprache ?) erfunden worden. Fast schon ein Modewort. Befremdend ,dass es einfach so von Analysten und Journalisten übernommen wird. Wenn man nicht nur im Glasbüro sitzt und Finanznachrichten anaylsiert, sondern in der verarbeitenden Industrie (wo die Preiserhöhungen täglich reinkommen) arbeitet, kann man nicht an eine temporäre Inflation… Weiterlesen »