Unternehmen / Ausland

Jack Ma: Ein Visionär ohne Stimme

Vom chinesischen Unternehmer Jack Ma fehlt seit November jede Spur. Der Alibaba-Gründer scheute sich nicht, seine Regierung zu kritisieren. Und bezahlt dafür. 

Plötzlich war er weg. Jack Ma, Gründer des Onlinehändlers Alibaba, ist seit zweieinhalb Monaten spurlos von der Bildfläche verschwunden. Keine Interviews, keine Reden, keine Pressetermine, keine Aktivitäten in den sozialen Medien. Einer der reichsten Menschen ist auf Tauchstation. Und die Welt rätselt: Was hat den 56-jährigen Unternehmer dazu bewogen? Oder genauer: Wie freiwillig ist sein Schweigen?

Bereits kurz nach seinem Verschwinden kam die Vermutung auf, die chinesische Regierung habe Ma einen Maulkorb verpasst. Der Verdacht kommt nicht von ungefähr. Ma repräsentiert wie kaum ein zweiter die kapitalistische Ader des kommunistischen Landes. Ein gewiefter Internet-Unternehmer, der Trends früh antizipiert und seinen Konzern zu einem Marktriesen aufgebaut hat. Der für offene Märkte einsteht, mit Traditionen bricht und sich nicht scheut, seine Linie gegenüber dem allmächtigen Staat zu verteidigen. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?