Märkte / Anleihen

Ein Warnruf vom Bondmarkt

In den USA ist die Zinskurve so flach wie seit 2007 nicht mehr. Was das zu bedeuten hat und wie es in anderen Ländern aussieht.

Die Wirtschaft brummt, die Unternehmensgewinne sprudeln. Der Fortsetzung des Aufschwungs und der Börsenhausse scheint nichts mehr im Weg. Wenn da nur nicht die Warnsignale vom Obligationenmarkt wären. In den USA, dem grössten Bondmarkt der Welt, steigen derzeit nur die Kurzfristzinsen, während am langen Ende nicht viel passiert. Dadurch wird die Zinskurve immer flacher. Und die Geschichte zeigt, dass das kein gutes Omen ist.

Die Zinskurve, auch Zinsstrukturkurve genannt, bildet die Anleihenrenditen für verschiedene Restlaufzeiten ab. Die Steilheit berechnet sich aus der Differenz zwischen der Rendite langfristiger Anleihen, in der Regel der zehnjährigen, und einem Kurzfristzins in gleicher Währung. In den USA ist diese Renditedifferenz zwischen lang- und kurzfristigen Staatsanleihen auf das niedrigste Niveau seit 2007 geschmolzen. Gegenüber zweijährigen Papieren beträgt der Zinsvorteil der zehnjährigen Anleihen nur noch 0,56 Prozentpunkte (Pp), gegenüber dreimonatigen Treasury Bills 1,06 Pp. Das drücke die Skepsis der Bondmärkte über die weitere Inflations- und Wachstumsdynamik in den USA aus, sagt Bondexperte Sigi Böttinger, Anlagechef von Pilatus Partners.

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