Märkte

Eine Bärenmarkt-Rally mit langem Atem

Die Gewinne von defensiven Aktien und Big Tech lassen den Corona-Crash mild aussehen. Die Skepsis gegenüber der Erholung kann auch positiv wirken.

Es herrscht eine grosse Ratlosigkeit an den Börsen. Niemand traut der Erholung so richtig. Für die Mehrheit der von der Bank of America be­fragten Fondsmanager handelt es sich bloss um eine Bärenmarktrally, also eine Gegenbewegung im langfristigen Baissemarkt. Gleichzeitig haben viele Angst, die Party zu verpassen, falls sie doch noch weiterläuft.

Nach dem Crash sind die Kurse seit Ende März kräftig gestiegen, sodass der US-Leitindex S&P 500 und der Schweizer SMI weniger als 10% unter dem Niveau von Anfang Jahr notieren. Angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage erscheint der geringe  Kursrückgang absurd. Die US-Wirtschaft dürfte im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet zwischen 30 und 40% schrumpfen. Für das Gesamtjahr rechnen die Ökonomen im Mittel mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts von 7% in den USA und 8% in Europa. In einem solchen Umfeld werden auch die Unternehmensgewinne dramatisch schrumpfen. Wie ist es möglich, dass die Aktienkurse seit Mitte März dennoch zwischen 30 und 40% gestiegen sind und die grösste Rezession seit den Dreissigerjahren an den Börsen keine tieferen Spuren hinterlassen hat?

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